Vom Albtraum zur Heldentat

Jeder kennt sie: die schrecklichen Bilder und Gefühle, die uns nachts oder kurz vorm Erwachen plagen. Sie verursachen gerne Beschwerden wie Schlaflosigkeit und Beklemmungen. Doch das ist eigentlich nicht nötig, wie mir kürzlich in einem großen Aha-Moment bewusst wurde – ganz im Gegenteil.

Aber jetzt mal ganz von vorne

Experten unterscheiden grob zwischen 3 Arten von Träumen: der Stresstraum, der Wunschtraum und symbolische Wahr-träume, der Häufigkeit nach gereiht, Und die gleichen Experten, meist Psychologen oder Neurologen erklären uns auch, die Bedeutung oder den Nutzen derselbigen: angeblich würden wir mit Albträumen Stress abbauen, mit Wunschträumen unserer wahre Wünsche Bewusst werden und symbolische Träume zeigen uns Möglichkeiten auf.

Besonders die unangenehmen Geschichten, mit denen unser Gehirn angeblich Stress abbauen will, besuchen uns häufig und beschäftigen uns manchmal. Dabei versuchen wir vergeblich zu verstehen, wovor wir Angst haben oder vor welcher Gefahr sie uns warnen sollen. Noch vergeblicher fragt man sich wie dadurch die Angstgefühle verschwinden sollen, denn es scheint als ob sie noch intensiver auftauchen, mit noch plakativeren Bildern im Kopf.

Neuer Blickwinkel

Spirituell betrachtet, ist das doch erheblich anders. In der toltekisch-schamanischen Tradition glaubt man mit Nachtträumen sein Schicksal zu kreieren. Deshalb sollte man im Traum luzid werden und die Geschehnisse zum eigene Vorteil lenken. Der wichtige Punkt dabei heißt: selber weiter lenken!

Das wurde mir völlig klar, als ich mich beim Aufwachen mich selbst als Löser eines Rätsels sah. Ich war flott in einer sandigen Allee unterwegs, als ich eine angriffslustige Klapperschlange am Straßenrand erblickte. Als die mich angriff gelang es mir irgendwie sie mit meinen Beinen zu verwickeln und sie wie ein drittes Bein in meinen Lauf zu integrieren. Zunächst war ich mit dieser Lösung nicht zufrieden, weil mein Verstand meinte, die Gefahr sei nicht gebannt. Doch dann erkannte ich, dass ich das Symbol der Angst harmonisch in meinen Lauf integriert hatte.

AHA-Moment

Schließlich wurde mir deutlich bewusst, dass ich solche Stressträume eigentlich nur hatte, um selbst meine eigene kleine Heldengeschichte zu schreiben. Die Traumebene ist also wie ein kleines Trainingscamp, wo ich üben kann, jede brenzlige Situation in einen kleinen Sieg zu verwandeln.

Psychologisch gesehen macht das absolut Sinn: Nicht nur als Vorbereitung für Eventualitäten, sondern vielmehr, dass wir uns selbst als Gewinner in unserem Lebens sehen können. Als Problemlöser und Sieger.

Deshalb ist das Weiterspinnen von Albträumen extrem wichtig, nämlich bis zu einem Happyend, wo wir selbst als Gewinner dastehen. Das ist das Gefühl und das Selbstbild, das wir uns angewöhnen wollen.

Mehr als nur ein Ratschlag

Tatsächlich erklären uns die Mystiker der Tolteken, dass unser ganzes Leben nur ein Traum ist. Ähnlich sagen es Aboriginees Australiens und mongolische Schamanen. Auch die Hüter des geheimen Wissens aus Polynesien und Asien.

Denkt man diese Erkenntnis weiter, dann geht es in unserem ganzen Leben darum uns aus schwierigen Situationen zu befreien und sie zufriedenstellend zu lösen, sodass wir auf uns stolz sein können.

Mit anderen Worten: in uns allen schlummert das Bedürfnis ein kleiner Held unseres eigenen Schicksals zu sein.

Hat nichts mit Narzissmus zu tun

Aber Achtung: es geht nicht darum, was andere denken oder über uns sagen. Im Wesentlichen geht es immer um unsere eigene Befriedigung alle Situationen nach unseren eigenen Werten zu meistern und zu einem guten Ende zu bringen. Kein wirkliches Ende, denn es geht ja immer weiter.

Manchmal erleben wir auch die gleichen Situationen immer wieder in unserem Leben, bis es uns gelingt genau das zu leben, was wir wirklich erleben wollen. Genauso wie im Film „Und immer wieder grüßt das Murmeltier“. Dort wird auch genau beschrieben, wonach wir uns in Wirklichkeit sehnen, wie wir wirklich sein wollen. Nämlich menschenfreundlich, fröhlich, wertschätzend, liebevoll und aufrichtig.

Raus aus dem Zynismus!

Hinter der obigen Schlussfolgerung liegt auch schon der klare Ausweg aus der Angst: sobald wir uns eingestehen wie wir wirklich sein wollen, dann sollten wir jede Herausforderung in unserem Leben genauso meistern wollen.

Sollte als jemand unter starken Angstattacken leiden, dann lautet die Lösung naturgemäß zuerst herauszufinden, was für ein Mensch man gerne sein möchte. Der Blick nach Innen mit genau dieser Fragestellung ist der wahre Helfer, weil nur dort die Tür zum Ausgang zu finden ist.

Dort liegt die Möglichkeit zur Selbstbestimmung und der Entschlossenheit, das zu leben, was man sich wünscht.

Held der Straße oder Superheld?

Solange es darum geht, sich Vorsätze zu suchen, dann ist es schon sinnvoll mit kleinen Schritten voran zu gehen.

Aber zum Spaß kann man sich auch gerne ein Superheld der Zukunft sein, mit eigenen Superkräften und natürlich einem ganz speziellen Kryptonit.

Lass uns ja nicht verlernen ganz verrückte Tagträume zu spinnen, in denen wir Heldentaten vollbringen und das Unmögliche möglich machen.

Sei realistisch – plane ein Wunder!

Osho

ALOHA Susanna

Post Author: Susanna

2 thoughts on “Vom Albtraum zur Heldentat

    Pete J. Probe

    (2. April 2022 - 10:51)

    Ja genau!
    Früher haben mich meine Albträumen immer mehr oder weniger belastet.
    Dann hab ich gelernt, dass die Träume schon etwas Reinigendes haben und ich habe die Angst angenommen, mich quasi mit ihnen verbunden.
    In dieser Hinsicht ist dein Artikle ein interessanter Aspekt noch mehr Nutzen aus diesen Ängsten zu ziehen.
    Tolle Geschichte, oder?
    Mit liebem Gruße
    Jürgen aus Loy (PJP als Blogger)

      Susanna

      (2. April 2022 - 14:33)

      Ciao Jürgen!
      Schön wieder von dir zu lesen.
      Liebe Grüsse zurück

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