Weil das Drama mehr Aufmerksamkeit bekommt ….

Das ist die Antwort auf viele Sinnfragen, die uns so alltäglich beschäftigen.

Warum erlebe ich immer wieder das selbe Dilemma? Wieso sind wir mehr am jammern und klagen, als dankbar? Was ist wirklich der Sinn des Lebens? Und so weiter …

unwillkürliche Reflexe

Dabei ist es ganz einfach: unsere Aufmerksamkeit richtet sich automatisch auf die Situationen und Dinge, auf die nervigen Personen und die Schmerzen im Körper, die weh tun.

Ist doch klar – oder?

Unser Leben mag noch so harmonisch, freudvoll oder befriedigend sein, sobald irgendwo Action läuft, die Unheil verspricht, wollen wir uns unwillkürlich damit beschäftigen. Also ob wir schnell gerade richten wollen, was gerade aus dem Ruder läuft und dabei selbst zu ratlosen Gaffern werden.

Überwindung zu handeln

Das hat sicher damit zu tun, dass wir nicht alles richten und sofort ändern können. Viel zu groß sind die Hemmungen, die Zweifel und Ängste instinktiv zu handeln.

Manchmal muss der Wunsch und die Sehnsucht erst so heftig werden, dass es aus uns heraus platzt und wir endlich beherzt eingreifen.

Doch diese Anspannung davor, dieses innere Tauziehen zwischen Herz und Kopf ist manchmal ein Konflikt, der uns bis in den körperlichen Schmerz bringt.

Krankheit aus schamanischer Sicht

Was wenn der Körper einfach nur Hinweise gibt durch seine Disfunktionen? Es gibt diese Sichtweise, dass Schmerzen oder Beschwerden uns zu dem bringen sollen, was unsere innere Stimme uns zu sagen versucht.

Also nur der Kopf stellt sich quer oder steckt irgendwo in einer Sturheit fest, und er ist der einzige der besiegt gehört. Sobald er nachgibt, braucht der Körper gar nicht mehr aufzuschreien oder mit Schmerzen zu zwingen.

Ein erkenntnisreicher Schritt zur Heilung ist also zu fragen: „Wozu nötigt mich diese Krankheit?“

Ein schönes Beispiel

Ich war sicher schon 12 Jahre lang nicht mehr bei irgendeinem Arzt oder Schulmediziner, bis es mich letztes Jahr doch erwischt hat. Zugegeben ist meine Überheblichkeit und Ablehnung der Schulmedizin in den Jahren auch stetig gewachsen, auch wenn ich zu differenzieren versucht habe.

Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich wieder direkt damit auseinander setzten musste, nämlich als ich eine entzündete Zyste nicht mehr in den Griff bekam. Und selbstverständlich geriet ich an einen Gynäkologen, der das Drama rund um diesen Umstand zelebrierte und mich notfallmäßig einliefern ließ.

Innerhalb von 3 Stunden war ich operiert und ich muss zugeben, ich genoss sowohl die Narkose als auch die Aufmerksamkeit rund um mein Wohlergehen – und mein Frauenarzt seinen Heldenstatus …

Trotzdem

War der kurze Aufenthalt im Krankenhaus insgesamt stressiger als erholsam. Der ständige Lärm und das Klingeln von Telefonen, Piepen von Maschinen und das Hin-und-her der Leute war für mich grenzwertig.

Wie soll man denn da gesund werden, wenn man ständig geweckt wird, tausend mal die gleichen Fragen beantworten soll und nicht einmal etwas Vernünftiges zu essen bekommt?

„Glutenfrei und vegan“ hatte ich ganz provokant bestellt und ungläubige Blicke geerntet. Klar, hab ich sie auch ein wenig ärgern wollen und sie haben sich gerächt: mit einer winzigen Schale Haferflocken und einer grünen Banane.

Wie man in den Wald hinein ruft – so schallt es eben zurück …

Mentales Training

Es ist mir enorm schwer gefallen mit meinem Fokus bei mir zu bleiben, in mich hinein zu hören und meine innere Stimme wahrzunehmen. Aber es war sicher ein tolles Training, eine 24-Stunden-Challenge, würde man das heute wohl nennen.

Aber es ist mit den meisten Dingen im Leben so. Wie automatisch schweifen unsere Gedanken hin zu dem, was laut ist oder sich bewegt. Und das hat natürlich auch mit unseren Instinkten zu tun, das ist ganz natürlich.

Allerdings ist es in dieser reizüberfluteten Welt schon recht schwierig, wenn nicht gar unmöglich geworden, diesem Drang zu widerstehen.

Hin zum Schicksal

Ganz genauso verhält es sich aber auch mit unserem Leben: denn gerade die Errungenschaften und Erfolge, mit denen wir glücklich und zufrieden sind, bekommen zu wenig Aufmerksamkeit.

Denn darüber lassen sich keine aufregenden Geschichten erzählen, und vor allem fordern sie uns nicht mehr so heraus, wie unsere Probleme.

Unsere Erfolge sind leise, ruhig und bodenständig, denn sie sind wie ein Fundament, auf dem wir stehen und von dem aus wir schon weiter in die Zukunft sehen.

Doch genau diesen Blick nach unten oder nach hinten, dieses erweiterte Bild der Realität ist ganz wichtig um wieder alles in Relation zu setzten!

Wen kümmert denn die Zahnpastatube, wenn man die tollste Familie der Welt hat?

susanna belloni
Alles Liebe, Susanna

Post Author: Susanna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.