Eitelkeit und Depression gehen Hand in Hand

auf Schatzsuche im christlichen Lehrmaterial

In unserem christlichen Kulturerbe sind tatsächlich allerhand gute Weisheiten überliefert, Erfahrungen von vielen Generationen vor uns. Die Hinweise sind allerdings oft in ihren Regeln oder sehr merkwürdigen Geschichten gut versteckt.

Ich finde es spannend dieses alte Wissen auszugraben und darüber nachzudenken, was wohl hinter den Schlagwörtern und Geschichten steckt. Auch wenn in den heutigen spirituellen Kreisen gerne östliche Begriffe und Ideen diskutiert werden, so gibt es doch auch einige gute Lehrer, die sich mit den überlieferten Weisheiten aus unserem Kulturkreis beschäftigen.

Sammelsurium

Die Bibel ist eigentlich ein Fundus an solchen Lehrgeschichten und Erfahrungen vieler Generationen, allerdings in recht eigenwilliger Form.

Man sollte vielleicht vorausschicken, dass es „die Bibel“ als einheitliches literarisches Werk gar nicht so gibt, denn es sind sehr viele unterschiedliche Übersetzungen im Umlauf. Archäologen haben sogar festgestellt, dass durch die häufige Abschriften der Texte in vorchristlicher Zeit auch sehr viele Veränderungen in Geschichten und Wortwahl vorgenommen wurden und später auch. Man kann also wirklich nicht mehr von „dem Wort Gottes“ sprechen, sondern vielmehr von verschiedenen Übersetzungen von Urtexten, durch zahlreiche Mitautoren verfärbt und abgewandelt.

Schatzsuche

Und genauso wie andere alte Texte gehören sie in ihrem historischen Kontext verstanden und interpretiert. Trotzdem erschliessen sich mir als modernen Menschen immer wieder Aspekte und interessante Wahrheiten, die erst durch meine eigene gelebte Erfahrung verständlich werden.

Zunächst möchte ich mich einmal den sieben Todsünden widmen, die jetzt keinen so attraktiven Namen bekommen haben, trotzdem gute Hinweise sind.

Eitelkeit, Stolz, Hochmut, Unmass, Faulheit, Wollust und Gier – auch sie variieren je nach Bibelübersetzung.

Hokuspokus Fokus

Ganz ehrlich gesagt wäre es mir lieber gewesen Tugenden auswendig zu lernen, damals in der Schule. Das macht auch aus heutiger Sicht wesentlich mehr Sinn, als die Anleitung zum Unglücklichsein in das Gehirn einzuprägen. Ich vermute sogar, dass diese Verbots-politik auch der Grund für das aktuelle Scheitern der Religionen ist. Anstatt klare und verständliche Gebrauchsanweisungen zu geben, hat man zu viele Listen mit Verboten gemacht. Das wirkt zum einen mehr wie einen Drohung, zum anderen hilft es eben nicht so effizient weiter, sondern verstärkt den Fokus auf das Ungewollte.

Hingegen Tugenden wie Bescheidenheit, Herzlichkeit, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Tatkraft, Teilen, Ehrlichkeit oder Freundlichkeit wären schön zu ergründen und sich damit zu beschäftigen.

Die Hölle ist hier

Trotzdem erklären uns die Todsünden sehr gut, wie wir uns die Hölle auf Erden machen. Deshalb knöpfe ich mir heute einmal die Eitelkeit oder auch Gefallsucht vor, die so gut wie jeder an sich selbst verleugnet, aber an anderen oft sieht.

Der Eitelkeit zugrunde liegt der Wunsch von anderen anerkannt oder gar bewundert zu werden. Man möchte sich die Zuneigung der Beobachter beinahe kaufen, indem man gut aussieht oder etwas tut, das sie toll finden.

Ziemlich manipulativ – nicht wahr?

funktioniert langfristig nicht 

Geht die Strategie auf und man bekommt Zuspruch, dann ist der leider nicht viel wert, weil wir wissen, dass der Effekt künstlich hervor gerufen wurde. Nicht ich unter dieser Maske bin gemeint oder werde goutiert, sondern mein oberflächliches Schauspiel oder meine Kleider.

Funktioniert der Versuch zu manipulieren nicht, dann sind wir erst recht frustriert, weil unsere Anstrengungen geliebt oder geachtet zu werden scheinbar immer erfolglos sind.

So oder so – wir erschaffen uns damit die Hölle auf Erden, auch Depression genannt.

Wenn es weh tut, dann ist es nur das Ego

Denn am meisten leidet das eigene Selbstbild darunter, dass ständig von anderen anerkannt oder gar definiert werden soll. Unser Ego tut höllisch weh, denn wir wollen akzeptiert und gelobt werden von bestimmten Leuten. Sie sollen uns toll finden und mögen, unterstützen und möglichst stark machen.

Wir erkennen meist die Abhängigkeit nicht, in die wir uns so manövrieren. Wir sehen oft erst viel später wie viel Macht wir anderen damit geben, egal ob sie diese Macht wollen oder nicht. Und im schlimmsten Fall sind wir einem krankhaften Narzissten aufgesessen, der unsere Gefallsucht unbewusst ausnützt und seine Energievampir-Spielchen mit uns spielt – und wir unsere Manipulations-Taktiken mit ihm.

Die Sucht dahinter

Schauen wir noch eine Ebene tiefer, dann erkennen wir unsere eigene Sucht die Gedanken und die Meinung anderer über uns beeinflussen zu wollen. Es ist uns also scheinbar wichtig, was jemand über uns denkt und wir wollen, dass es möglichst positiv ist.

Und hier liegt auch schon der Hund begraben.

Denn das Denken anderer Leute können wir nicht leicht steuern, genauso wie wir selbst nicht gesteuert werden wollen in unserem Denken.

Es geht uns nicht einmal etwas an, was jemand über uns denkt. Häufig hat es auch gar nichts mit uns zu tun, sondern ist seine ganz eigene Projektion.

Deshalb sind Meinung anderer über uns nur selten aussagekräftig oder gar hilfreich.

Wege aus dieser Sucht

Die einzige Chance die wir raus aus dieser Sucht haben ist sich von der Akzeptanz und Meinung andere völlig zu befreien. Von diesem „was werden die Leute sagen?“ mit dem wir von Kindesbeinen an konfrontiert worden sind.

Das ist das Kopfprogramm, der Virus an dem wir nämlich wirklich leiden und der nur so schwer loszuwerden ist. Sobald diese Ursache einmal deutlich erkannt wurde, ist es auch effizient möglich Änderungen zu bewirken, denn auch Gedanken kann man ändern. 

Durch beharrliche Gedankendisziplin und Mentaltraining können wir diese schlechte Angewohnheit aktiv in eine neue Richtung lenken.

Und wieder können uns unsere Kinder und Haustiere bei diesem Projekt am besten helfen, den sie haben all diese Gedanken nicht.

In dieser Hinsicht sind sie uns die besten Vorbilder für einen gesunden Verstand und eine gesunde Seele.


 

Alles Liebe, Susanna

Post Author: Susanna

1 thought on “Eitelkeit und Depression gehen Hand in Hand

    Claudia

    (7. September 2018 - 15:02)

    Danke Susanna für diesen Beitrag.
    Das war genau das, was ich heute brauchen konnte

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