Karma lösen, löschen oder loslassen?

Ganz ehrlich: es ist blosse Wortklauberei welche der drei Verben man benutzen mag. Wichtiger ist vielmehr, was man darunter versteht und wie man es zustande bringt.

Was ist Karma?

Beginnen wir doch bei dem Wort „Karma“, das aus dem indischen Sanskrit stammt und so viel wie „Retourkutsche“ bedeutet. Im Prinzip weist uns das Karmagesetz darauf hin, dass uns das im Aussen begegnet, was wir zuvor gedanklich und emotional ausgesendet hatten.

Leider geht noch die Mär, dass wir für unsere schlechten Taten aus früheren Leben büssen müssten und dies unser „Karma“ wäre. Das ist eine völlig verzerrte Darstellung, denn weder können Taten oft nicht als „gut oder schlecht“ objektiv eingestuft werden, noch braucht man dazu mehrere Leben.

Das Karma ist vielmehr unsere Energie und Gedanken, die wir mit uns länger herumtragen, egal ob positiv oder negativ bewertet. Ändert man also seine Gefühle und Gedanken, ändert man auch was einem in der Realität entgegen kommt.

Ursache und Wirkung

Zum Karmaprinzip sagt man auch gerne Prinzip von Ursache und Wirkung, was im wesentlich ausdrücken will, dass nichts zufällig passiert. Natürlich kann man das auch missverstehen und es auf Aktionen und Reaktionen der äusseren Welt reduzieren.

Tatsächlich aber geht es ums subjektive Erleben, denn nur da existieren auch tatsächlich gute und böse Taten. Doch viel wesentlicher wirken unsere Emotionen und Gedanken auf das was ins unserer Realität passiert.

Egal ob mit schönen oder hässlichen Emotionen beladene Themen verwirklichen sich immer wieder bis wir selbst unsere inneren Ursachen ändern.

Zurück zu den Wurzeln

Um unsere Gefühle und Assoziationen zu einem Thema zu ändern, genügt es eigentlich im Aussen neue Beispiele und Geschichten zu finden. In der Regel sollte man sich natürlich darum bemühen Erfolgsgeschichten zu sammeln und nicht abschreckende Beispiele.

Umgekehrt ist es auch ratsam schlimme Horrorgeschichten auszublenden und nicht davor Angst zu bekommen. Auch Sorgen, die zu Sicherheitsvorkehrungen führen können manchmal genau das Gegenteil bewirken, da man zu sehr auf Horrorszenarien fokussiert.

Ins Positive wenden

Als Therapeut ist man natürlich damit beschäftigt Leuten zu helfen ihre Sichtweisen und Glaubenssätze zu den wichtigen Lebensthemen ins Positive zu wenden. Das darf mit den unterschiedlichsten Methoden und Techniken geschehen, die nachhaltig das Unterbewusstsein korrigieren und auf Erfolgskurs bringen können.

Ich hatte in meiner Zeit als Reinkarnationstherapeutin einmal eine heftige Diskussion mit einem „Kollegen“, welches das effektivste Mittel wäre um dies einfach zu erreichen. Von Katharsis, also Reinigung des Karmas war seinerseits die Rede, wo wir beide einfach nicht einer Meinung waren.

Und ich gebe gerne zu, dass es mehrere Möglichkeiten dafür gibt, einige relativ anerkannt, einige funktionieren meiner Meinung nach nur manchmal, wie ein Placebo-Effekt

Wirkungsvoll

Blickt man in verschiedene spirituelle Traditionen, so hat sich eine bewusste emotionale Veränderung meist gezeigt, wenn der Verstand mit Verständnis gefüttert werden konnte. Durch das Verstehen von diversen Beweggründen aller Beteiligten oder einer neuen Perspektive auf Situationen, konnte dann meist Wut, Trauer, Angst oder Machtlosigkeit losgelassen werden.

In unserer christlichen Kultur hat man dazu versucht das „Verzeihen“ als christliche Tugend zu etablieren. Dabei geht es im Wesentlichen darum mit Leuten Frieden zu schliessen und oben genannte negativen Emotionen einfach hinter sich zu lassen.

Schwieriger aber nachhaltiger

Ein anderer Weg, den man auch selbst gehen kann ist der, das eigene Selbstbild zu verändern. Denn das Ego, wie man es auch gerne nennt ist ein selbstkonstruiertes Gedankenkonglomerat, das genauso veränderbar ist.

Im Prinzip kann man sich eine Persönlichkeit zurechtlegen, die den eigenen höchsten Idealen entspricht, sowohl an Eigenschaften wie auch an Verhaltensweisen. Fokussiert man sich immer wieder auf diesen Charakter, wird man automatisch diesen übernehmen.

Tipps

Natürlich kann man dazu diverse Techniken wie Skripting, Affirmationen oder Perlentauchen ( Beispiele im Aussen suchen) dafür benutzen.

Egal wie man seinen Verstand und seine Emotionen dort hin trainiert, es wird einige Zeit brauchen bis es Effekte im Aussen zeigt, aber sie werden nachhaltig sein, also nicht so schnell vergehen.

Ein zusätzlicher Bonus an dieser Ego-Therapie ist natürlich, dass man mehr auf sich selbst fokussiert und mit sich selbst immer zufriedener wird. Es könnte sogar passieren, dass man einfach so glücklich mit sich selber wird, ohne dass sich in der Lebenssituation schon etwas verändert hat. ( was es aber sicher noch wird 😉 )


ALOHA – Susanna

Post Author: Susanna

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