Geldmissbrauch

Mir ist schon länger aufgefallen, dass ich häufig Geld als Ausrede benutze – und ich bin da nicht allein damit. Es ist auch bei anderen leicht zu beobachten, wie sie die einfachste aller Begründungen vorschieben um etwas zu tun oder etwas nicht zu tun.

Achtung Falle

Im Prinzip sind mir solche Argumente egal, wenn sie aber dazu führen, dass wir in einer Negativspirale hängen bleiben, dann sollte man schleunigst ehrlich zu sich werden.

Gerade die Behauptung nicht genug Geld für etwas zu haben, führt leider schnell zu Mangeldenken und tatsächlichen finanziellen Problemen. Wir haben diese Angewohnheit derart kultiviert, dass sich viele gar nicht mehr bewusst sind, dass sie mit einem Vermögen am Konto die gleiche Entscheidung getroffen hätten.

Noch mehr

Noch häufiger finden wir allerdings Behauptungen wegen Geld Dinge zu tun, die wir sonst nicht tun würden. Gerade Arbeit, Manipulationen oder faule Kompromisse sind angeblich unumgänglich für viele Leute.

Die ganz Moralischen unter uns führen gerne Diskussionen darüber, wie viel lügen und betrügen noch anständig ist. Denn Geld brauche man ja und jeder muss darauf schauen, dass er genug davon hat.

Zwischenmenschliches

Am meisten aber betrüben mich Streitereien um Geld, wo sich Partner gegenseitig vorwerfen Geld unnötig ausgegeben zu haben. Selbst die besten Beziehungen sind nicht davor gefeit in die Geldangst Falle zu tappen, besonders wenn kostspielige Projekte anstehen.

Auch ich nehme mich da nicht ganz aus, auch wenn ich mich noch oft rechtzeitig stoppen kann, falle ich trotzdem hinein. Zum Beispiel als mir mein Vater unlängst mitteilte, dass mir von meinem Großvater eine große Erbschaft ins Haus stehen würde, und mich meine Schwester deshalb übervorteilen wollte.

Emotionen

Gerade im letzten, meinem eigenen Beispiel wurde mir bewusst wie sehr wir Geld mit Liebe gleichsetzten, oder zumindest mit Anerkennung oder Wertschätzung. Man kann es sehr persönlich nehmen, wenn jemand Geld vorenthält oder möglicherweise ungerecht verteilt.

Umgekehrt freut uns ein unerwarteter Geldsegen manchmal mehr als ein freundliches Wort oder ein Kompliment von einem geliebten Menschen. Ein hoher Betrag auf dem Sparkonto gibt uns vermeintliche Sicherheit und ein Lottogewinn verspricht das große Glück.

Ambivalenz

Also genauer betrachtet schieben wir Geld sowohl positive als auch negative Eigenschaften zu, dabei ist es eigentlich völlig neutral.

Auch in den christlichen Religionen werden unterschiedliche Moralvorstellungen bezüglich Geld gepredigt. Bei den einen gilt es als gottgefällig wohlhabend zu sein, bei anderen wieder sind Reiche dem schnöden Mammon verfallen und deshalb auch dem Teufel. Also wie man es macht, ist es für jemanden falsch oder unmoralisch.

Verschwendung ist eine Sünde

In einer Welt voller Überfluss gilt der verschwenderische Umgang mit Geld und Gütern immer noch als Frevel. Dabei geht Geld doch nicht verloren. Ganz im Gegenteil schöpfen Banken mehr den je und bringen somit immer mehr in Umlauf.

Diese Vorwurf der falschen Ausgaben ist aber noch immer das beste Argument um andere schnell zu manipulieren. Denn wir haben gar keine Vorgaben oder Anhaltspunkte woran wir messen können, wofür es gerechtfertigt ist Geld auszugeben. Zeit diesen uralten Trick zu durchschauen!

Macht und Ohnmacht

Es ist vielmehr die Angst vor Mangel, Machtlosigkeit oder Abhängigkeit, die Geld soviel Macht gibt. Es steckt also mehr Sein als Schein(e) hinter dem Sprichwort.

Sobald Geld als Erlöser herhalten muss, kann man also sofort davon ausgehen, dass irgendwelche (unnötigen) Ängste vorhanden sind. Diese könnte man aber durchaus auch auf andere Art loswerden, als deshalb die eigene Integrität aufzugeben.

Tipp

Ich gebe meinen Klienten gerne die Übung auf, sich eine Liste 10 wichtiger Themen ihres Lebens zu machen und diese nach Wichtigkeit zu sortieren. Lustigerweise stand noch bei niemanden Geld an erster Stelle – wie denn auch?

Sich diese Liste immer wieder vor Augen zu halten gibt Kraft. Denn sie erinnert immer wieder daran, dass Gesundheit, Liebe, Neugier und Spaß bessere Orientierung geben wie ein gutes Leben aussieht.

Und es macht auch Sinn diese als Argument zu benutzen, wenn man erklären will, warum man etwas tut oder eben nicht tut.


ALOHA Susanna

Post Author: Susanna

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