Zaubersprüche

Affirmationen in Reimen oder Fragen gehen besser ins Unterbewusstsein

Die meisten kennen die Affirmationen von Louise Hey, die seit den 80er Jahren Bestseller darüber schreibt, wie wir mit positiven Sprüchen unser Leben verändern können. Sie begnügte sich allerdings mit ganz einfachen Sätzen wie „ich bin gut genug“ oder „jeden Tag begegnen mit neue Wunder“.

Ich bin unlängst auf eine Autorin aus den 20er Jahren gestossen, nämlich Florence Scovel Shinn, die auch schon grosse Erfolge damit feierte. Mit dem Unterschied, dass sie sich Sprüche in der Form von Reimen einfallen liess. Allerdings war ihre Sprache sehr von einem christlichen Weltbild geprägt und nicht jeder hat so das Talent zum Dichten, also nicht so leicht umzusetzten und ins Deutsche zu übersetzten.

Immer wenn du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her

Wer kennt sie nicht, die Bauernregeln und alten Weisheiten in Versform, die Stickereien oder Gemälde zieren? Jeder hat sie schon tausend mal gehört und kann sie mühelos vervollständigen.

In der Abwandlung bereits bestehender Sprichwörter, besteht für jeden die Möglichkeit dazu eigene, griffige Affirmationen zu erschaffen. Hier meine Top10:

  1. Immer wenn du meinst das Geldbörsel ist leer, kommt von irgendwo ein Hunderter her.
  2. Ich bin fein, mein Herz ist rein, lass mich so erfolgreich sein.
  3. Bescheidenheit ist keine Zier, ich bekomme alles jetzt und hier.
  4. Wer den Cent schön ehrt, bekommt auch Euro vermehrt.
  5. Glück in der Liebe und Spass im Spiel.
  6. Was sich liebt, das leckt sich.
  7. Des einen Freud ist niemandes Leid.
  8. Wer zuletzt lacht, hat den Witz nicht früher verstanden.
  9. Alle Liebe kostet nichts.
  10. Altes Leid ist halbes Leid.

Austricksen

Es empfiehlt sich besonders Sprüche, die man seit Kindheit sehr oft gehört hat für sich selbst positiv umzuformulieren. Natürlich auch Phrasen, die man ständig hören musste.

  • Undank ist der Weltenlohn -> Aller Dank ist Weltenlohn
  • Das können wir uns nicht leisten -> das könnten wir uns auch leisten
  • wir hab keinen Geldscheisser daheim -> es wäre schön mit einem Geldscheisser daheim
  • der Klügere gibt nach → der Klügere regt sich nicht auf
  • ein alter Esel lernt nicht gern -> ein alter Esel lernt auch schnell

Fragen statt Feststellungen

Eine weitere sehr wirkungsvolle Abart der Affirmationen sind Fragestellungen anstatt von Feststellungen.

  • Warum fühle ich mich so gut heute?
  • Wie gelingt es mir immer wieder zu gewinnen?
  • Ich habe keine Ahnung, warum ich so gut ankomme.
  • Was tue ich Besonderes, dass ich so toll aussehe?
  • Ich weiss auch nicht, warum mich die Leute einfach so gern haben.
  • Warum geht mir heute alles so leicht von der Hand?
  • Vielleicht bin ich ja ein Glückskind?
  • Scheinbar bekomme ich immer alles, was ich mir wünsche.
  • Ich habe wohl einen Schutzengel, der ständig über mir wacht.
  • Es könnte sein, dass ich ein Magnet für Geld und Geschenke bin.

Diese Sätze haben den Vorteil, dass sich das Tagesbewusstsein nicht gleich kritisch dagegen stellt. Im Gegenteil es wird sogar aufgefordert anders nachzudenken und kann so gut ausgetrickst werden.

„Askfirmations“ ( aus den englischen Worten ask=frag und affirmations=Afiirmationen) erleben gerade eine Hochkonjuktur in der Ratgeber-Szene.

Angeblich sind mit diesen suggestiven Fragen ganz leicht Glaubenssätze umzuformen und erweisen deshalb für jedes Mentaltraining wirkungsvoller.

Selbstversuche und Erfahrungswerte

Ich habe das einmal ein paar Stunden lang getestet und muss zugeben, dass ich ein Fan geworden bin. Denn anstelle von merkwürdigen Behauptungen wie „Ich habe ein Recht auf unermesslichen Reichtum“, die meine Ratio ständig zu hinterfragen versucht, wird mein Denken mit einer Frage beschäftigt. Er kämpft also nicht dagegen, oder stellt sich die Frage ob dieses Statement auch richtig ist, sondern er such Beweise dafür, dass ich möglicherweise ein Magnet für Geld und Reichtum bin. Echt spannend …

Bei den Sprüchen, die sich reimen oder die ich schon seit Kindheit an gehört habe, waren die Umdichtungen am stärksten, die auch witzig waren oder ein konkretes, positives Bild erzeugen konnten.

Meine Bewertung habe ich einfach anhand der Stimmungen und Gefühle festgemacht, die die Sprüche hervor riefen. Logisch, dass Witziges die Stimmung schnell hebt. Trotzdem sind gute innere Bilder nachhaltigere Transporteure der Gefühle.

Individualisierung

Egal ob du jetzt selbst dichtest oder umformulierst, mach dir deine eigenen Sprüche selbst. Versuche das mit Freude und als Spiel zu sehen und schau einfach, was für dich funktioniert.

Ich habe mir jetzt auch einen guten Satz mit dem Rekorder auf dem Handy aufgenommen und verwende ihn jetzt als Klingelton bei bestimmten Personen. Also wenn jetzt eine unbekannte Nummer bei mir anruft, dann klingt das jetzt so: „Ich spiele das Spiel des Lebens mit unglaublicher Leichtigkeit.“

Aber vielleicht ersetzte ich das noch mit der Titelmelodie von Pippi Langstrumpf, denn: wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt.


ALOHA Susanna

Post Author: Susanna

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