Morphen

– Beziehungen kitten indem man Menschenbilder verändert

Wir haben eine ganz eigenartige Angewohnheit: wenn es um die Beschreibung und Erzählung unseres Lebens geht, dann sehen wir uns selbst als jemand, der verschiedene Verhaltensweisen und Handlungen einfach nur ausprobiert.

Bei der Beschreibung anderer Leute allerdings meinen wir: „ Die sind eben so, wie sie sich geben. Wie sie handeln, wie sie aussehen, wie sie denken. Da kann ich gar nichts machen.“ ( auch Objektivierung genannt)

Andere Menschen scheinen also statisch und unbeeinflussbar, dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Denn sie sind genauso flexibel und veränderbar wie wir selber. Und wir sehen sie auch nur so, wie wir sie sehen wollen – und das können wir selbst ändern!

Projektionen

Schon lange ist das Phänomen in der Psychologie bekannt, dass andere Leute als Projektionsfläche der eigenen Persönlichkeitsanteile herhalten müssen. Spiegel, nennt man das gerne in spirituellen Kreisen.

Das anzuerkennen und zu sehen ist ein sehr schwieriger und manchmal schmerzhafter Prozess. Doch eigentlich gar nicht nötig. Denn allein mit dieser Information, sollte uns bewusst werden, dass wir selbst entscheiden können, was wir in einem anderen Menschen sehen.

Eigene Umgebung

Nun sind gerade die Leute aus unserem Umfeld, also Familie, Freunde und Arbeitskollegen sicherlich am wichtigsten für uns, weil wir sie schließlich am meisten vor Augen haben oder am meisten an sie denken. Also ist es eines Versuchs wert, gerade sie positiver zu sehen und somit unseren Alltag zu erleichtern.

Wäre es nicht schön, mit genau diesen Menschen wieder einen konstruktiven und freudvollen Umgang zu haben? Würden wir nicht viel lieber das Großartige und Nachahmenswerte in ihnen sehen und miteinander Spaß haben? Dazu gibt es einige Techniken, das Grundprinzip bleibt aber gleich: es muss uns nur gelingen, unser inneres Bild von ihnen zu verschönern.

Ein Schritt nach dem anderen

Nun wird es uns nicht sofort gelingen, alle und jeden gleich anders zu sehen, besonders nicht, wenn man sich sehr nahe steht und tiefe Verletzungen, die Beziehung prägen. Also macht es Sinn, diese Techniken erst einmal an Bekannten oder Kollegen zu üben, und mit den ersten Erfolgen immer weitere Leute und Beziehungen anzugehen.

Jede große Veränderung beginnt eben mit kleinen Schritten und jeder Lernprozess braucht einen soliden Aufbau, der mit einfachen Lektionen anfängt. Deshalb können wir einmal mit weniger wichtigen Personen, wie Nachbarn, Kollegen oder Freunden folgende Technik aus dem hawaiianischen Ho`oponopono ( = Gerade-richten) ausprobieren.

Geraderichten

Als Ausgangspunkt sollten wir uns erst einmal wieder bewusst werden, dass jeder andere Mensch genau so ist wie wir selber. Natürlich mit anderen Aussehen und Talenten, mit anderen Gewohnheiten und Erfahrungen ausgestattet. Aber im Grundprinzip sind wir alle gleich, wollen ein gutes Leben und Freude erleben.

Danach sehen wir uns ein Verhalten einer Person an, das uns nervt und das wir gerne verändert haben wollen.

Wir stellen uns die 3 Fragen:

  • Wann würde ich mich so verhalten?
  • Welchen Ratschlag würde ich dieser Person geben? / Wie soll sie sich verhalten?
  • Wie möchte ich, dass unsere Beziehung aussieht?

Allein durch die Antworten auf diese 3 Fragen, erkennen wir bereits unsere Gemeinsamkeiten und unseren eigenen Anteil an der Situation. Und die Kehrwende ins Konstruktive, indem wir nämlich unsere Wünsche klarer formulieren, anstatt auf Fehlern herum zu reiten.

Erkenntnis: Ausrede für mich

Irgendwann wird uns auch bewusst, dass wir das schlechte Benehmen anderer lediglich als Ausrede oder Rechtfertigung für unsere eigenen moralischen Konflikte benutzen. Also anstatt sich einzugestehen, dass man sein eigenes Verhalten nicht ganz toll findet, gibt man dem anderen Schuld und stellt ihn in einen schlechtes Licht.

Da ist man zum Beispiel aus der Haut gefahren, oder hat Wichtiges vergessen und schon muss jemand anderer als Sündenbock her halten. Das ist eigentlich unnötig, denn durch diese Schwarzmalerei erschaffen wir uns eine Umgebung von Leuten, die uns scheinbar das Leben schwer machen. Und das ist gar nicht so. Sie sind wie wir sie sehen. Die Kunst ist lediglich, sich selbst zu führen und immer mehr so zu verhalten, wie man gerne sein möchte.

Selbstbild als Schlüssel

Eine Übung oder Aufgabe, die ich gerne meinen Klienten gebe, ist einmal darüber nach zu denken und aufzuschreiben, wie man selbst gerne sein möchte. Damit meine ich hauptsächlich Eigenschaften und auch Fähigkeiten, die man bereits hat UND noch haben möchte. Denn diese Beschäftigung mit sich selbst, dieser Fokus auf unser positives Selbstbild lenkt unseren Verstand wieder in die richtigen Bahnen.

Weiters wollen wir vielleicht noch tolle Dinge erleben und unsere Lebenssituation gestalten, das folgt dann als nächste Übung.

Aber die aller wichtigste Frage, die man sich immer wieder zwischendurch stellen sollte, lautet: Wie möchte ich mich fühlen? Erst wenn wir nämlich wieder in diesem großartigen Gefühl angekommen sind, wird der Verstand klar und lässt sich ganz leicht in all diese anderen konstruktiven Richtungen führen.


ALOHA – Susanna

Post Author: Susanna

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