Neid – ein Hinweis auf Narzissmus

Ganz typisch für oberflächliche, narzisstischen Typen ist der Neid auf alles Mögliche, das andere besitzen oder können. Meist empfindet der Narzisst es als unfair oder Ungerechtigkeit des Lebens, dass andere Erfolg haben oder sich etwas leisten können.

Alles eine Frage der Stimmung

Dabei verhält es sich mit dem Neid genauso wie mit den anderen angeblichen Todsünden: solange die eigene Stimmung und das eigene Selbstbild relativ positiv sind, kann der Blick auf andere durchaus motivierend und anspornend sein. Befindet man sich jedoch bereits in einem Jammertal, dann ist es sehr schwer anderen etwas zu vergönnen – und genau das ist ja das Problem des Narzissten: es geht ihm meist schlecht.

In notdürftiger, emotionaler Verfassung, wird nämlich meist:

aus Lebenshunger –> Gier,

aus Freude am eigenen Körper und materiellen Dingen –> Eitelkeit,

aus prickelnder Erotik –> Promiskuität,

aus Ruhe und Stille –> Lähmung,

aus Genuss → Völlerei,

aus Selbstvertrauen → Arroganz,

aus Motivation →> Missgunst

Das liegt allein am Gefühl des Mangels und des Unvermögens aus diesem Mangeldenken heraus zu kommen. Dabei braucht es dazu lediglich einen Augenblick des Umdenkens.

Wertschätzung als Lösung

Der Schritt zur Dankbarkeit ist vielleicht etwas zu groß in Situationen, in denen man sich mit Verlust und Ängsten beschäftigt. Aber eine gewisse positive Haltung den Leuten und Dingen gegenüber, die einen umgeben, ist eventuell machbar. Also wieder in das Hier-und-Jetzt kommen, um sich blicken und feststellen: da sind doch einige Leute oder Tiere, etliche Dinge und Sachen, an denen man sich erfreuen könnte.

Ist der Verstand jedoch so außer Kontrolle, dass er an den schlechten Gefühlen fest hält und sie immer weiter rechtfertigen will, dann hilft eigentlich nur noch schlafen oder – ich möchte es nicht empfehlen, aber es ist wahr – ein absichtlich herbeigeführter Unterbruch der Gehirntätigkeit.

Was ist daran Narzisstisch?

Ganz einfach: jeder, der krampfhaft an diesen negativen Gefühlen und Gedanken festhält und auch andere mit hinunter ziehen will, weil er selbst nicht raus kommt, legt im Prinzip narzisstisches Verhalten an der Tag. Wird dieses Verhalten zur Gewohnheit, also ein Teil der Persönlichkeit, dann kann man durchaus von krankhaften Typen reden, deshalb wird Narzissmus als Persönlichkeitsstörung definiert.

Natürlich kann man so ein Persönlichkeitsmerkmal, also eine starke verinnerlichte Angewohnheit nicht durch eine kleine Therapie ambulant beim Psychologen, in 3 Wochen ändern. Es braucht vielmehr große AHA-Momente und viel Zeit alles in Ruhe durch zu denken. Auch Schicksalsschläge haben in der Regel nur kurzfristigen Effekt, der sich häufig durch Einsichten und Reuegeständnisse zeigt, jedoch bald wieder von den alten Gewohnheiten eingeholt wird.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Johann Wolfgang von Goethe

Und da ist sie wieder – unsere altbekannte und hartnäckigste aller Herausforderungen. Gewohnheiten zu ändern ist nicht einfach, schon gar nicht wenn man nicht grundsätzlich etwas an der inneren Haltung und mental ändert. Und selbst da verleitet die gewohnte Umgebung zu den gleichen Handlungen und Emotionen.

Im Prinzip brauchen wir dazu entweder Hilfe von Aussen, oder ein klares und umsetzbares Trainingsprogramm, vielleicht sogar eine drastische Veränderungen der Lebensumstände.

Vorbilder, Mentaltraining und Stille

Diese 3 Elemente sind altbewährt und äußerst hilfreich, wenn es darum geht das Leben zu führen, das wir uns wünschen. Zum einen wollen wir eine Idee oder Orientierung wie sie uns ein Vorbild oder Idol geben kann. Zum anderen müssen wir uns von destruktiven Gedanken und Ideen lösen, und sie mit konstruktiven Glaubenssätzen ersetzten. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Verstand und die Emotionen zur Ruhe kommen können und sich auf diese neue Linie einstellen lassen – Immer wieder. Bis sie eben zu neuen, besseren Gewohnheiten geworden sind.

Im Idealfall umgeben wir uns vermehrt mit Leuten, die genau das ausstrahlen, was wir auch empfinden und leben wollen. Dabei ist es wichtig, sich völlig auf die positiven Aspekte dieser Personen zu fokussieren und alles andere auszublenden. Denn nur was wir zulassen zu sehen, werden wir auch imitieren und wird unser Leitbild.

Kontrast als Hilfestellung – kein Grund zur Verzweiflung

Egal wie sehr wir uns bemühen, es wird immer wieder Momente geben, wo uns diese alten, unangenehmen Gedanken und Gefühle wieder hinterrücks befallen. Sie äußern sich sogar in körperlichem Unwohlsein oder gar Schmerzen. Und genau in diesen Augenblicken kann man wachsam sein und sich irgendwie daran zu erinnern, dass sie lediglich ein Hinweis sind. Ein Hinweis darauf, was wir nicht mehr denken und fühlen wollen, ein Signal unseres Körpers auf Unwahrheit und Unsinnigkeit.

Wenn ein Wanderer von seinem Trampelpfad abkommt, merkt er es auch recht bald daran, dass der Untergrund instabil wird, oder ihn Dornen und andere Hindernisse nicht mehr freudig weiter gehen lassen. Im Prinzip verhält sich das genauso mit körperlichen Symptomen, mit schlechten Emotionen oder deren Ursachen, nämlich negativen Gedanken. Die einzige Arbeit die dann zu tun ist, ist wieder nach Innen zu fokussieren und zur Ruhe zu kommen.

Genau das, wozu uns Unfälle und Unpässlichkeiten meist zwingen. Sie sind also unsere Rettung, oder zumindest eine Hilfestellung um mental und emotional wieder auf unseren Weg zu kommen und damit zufrieden zu sein.


Alles Liebe, Susanna

Post Author: Susanna

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.