Medienkompetenz – Tipps und Tricks

Wir müssen zuerst einmal ganz genau klar stellen, was das Wort Medienkompetenz meint – beziehungsweise, was wir da von Schulen und Büros fordern.

Grundsätzlich ist es die Fähigkeit Informationen aus Medien zu verifizieren und FakeNews oder Verzerrungen zu erkennen. Das Problem daran ist allerdings, dass wir bombardiert werden mit Schlagzeilen und widersprüchlichen Nachrichten, sodass es grosser Aufmerksamkeit bedarf sich überhaupt eine Meinung zu bilden.

Wir begnügen uns meist damit, entsprechende Medien als glaubhaft oder unglaubwürdig einzustufen. Aber auch das ist gefährlich, weil sie erstens nicht fehlerfrei sind und zweitens verändern können.

Ein ordentliches Dilemma also.

Spirituelle Sicht

Ein stark verbreiteter Gedanke, mit dem uns leider erfolgreich in der Schule angesteckt haben, ist die Überzeugung zu möglichst vielen Themen einen Standpunkt oder eine Meinung haben müssen.

Das ist der erste Glaubenssatz von dem ich gerne jeden befreien würde, besonders engagierte Mitbürger oder Anführer wie Chefs oder Kader.

Es bringt einfach nichts und wir verzetteln uns dabei in unheimlich vielen Themen, und in weiterer Konsequenz auch in Konflikten mit Andersdenkenden. Ein Mantra, das in diesen Situationen hilft, lautet: „ich bin Herr meiner Gedanken, aber ich identifiziere mich nicht damit.“

Oder auch gerne „weniger ist mehr“, ein Grundsatz, der heutzutage beinahe überall Anwendung findet.

Praxis-Tipps

Natürlich gibt es trotzdem genügend Situationen oder Geschehnisse, die uns interessieren und zu denen wir gerne eine Sichtweise resp. Asessment entwickeln möchten.

Deshalb 5 Experten-Tipps für Medienkompetenz ( der Buchkomplizen):

  1. Medien Abstinenz: Klarheit durch Distanz
  2. Buch zum Thema lesen und Zeit zum Nachdenken nehmen
  3. Vielfalt an Meinungen einholen
  4. Langsamkeit im Denken angewöhnen
  5. Selektieren zwischen Wichtigem und Unwichtigen: Berührungspunkte für das eigene Leben erkennen.

Was Medienkompetenz definitiv nicht ist:

Benutzungsanleitung von technischen Geräten oder Analyse von Webseiten.

Es ist auch keine Alarmanlage für FakeNews oder Verurteilung gewisser Personen und Medieneinrichtungen.

Ganz im Gegenteil. Meistens erleben wir bei Medien eine gute Mischung aus Hardfacts und Verzerrungen oder Falschinformationen.

Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend sachkundig zu nutzen. “

aus Wikipedia

Wahrheitsfindung – mein spirituelles Lieblingsthema

Ich habe es sicher schon öfter erwähnt, dass wir uns durch das Internet in einer Zeit leben, in der jeder Einzelne selbst neue Wege für sich finden muss. Eine Art Babylon oder Informations-Chaos, das uns dazu auffordert eigene Methoden zu entwickeln, wie wir Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden können. Und eines der wichtigsten Werkzeuge in diesem Prozess ist der einfache Hausverstand, der davon ausgeht, dass alle Menschen im Grunde genommen gleich sind. Aber es gibt noch mehr …

Ho`oponopono

In Bärberl Mohrs Buch „Cosmic Ordering“ beschreibt sie eine hawaiianische Methode des Heilens von Konflikten durch Hineinversetzten. Also der Nachbar grüsst mich nicht – wann würde ich nicht grüssen?

Das ist nicht nur eine tolle Übung um Probleme im näheren Umfeld zu lösen, sondern eigentlich auf alle Menschen anwendbar. Das Hineinversetzen in andere, gar nicht so sehr emotional, sondern rein agitativ, mit der Fragestellung „Wann würde ich so handeln?“.

Das beantwortet man nicht so schnell reaktiv, sondern braucht ein wenig Zeit und Kontemplation. Manchmal auch viel. Aber es lohnt sich.

Meines Erachtens sollte auch das als erweiterte Medienkompetenz gelten, sonst werden Zeitungsnachrichten zum oberflächlichen, gemeinen Tratsch.

Monika Lewinsky – die Zerstörung von Schicksalen durch Medien

Die meisten erinnern sich wohl des Fehltrittes des amerikanischen Präsidenten Clinton, der jahrelang für Aufregungen in den Medien gesorgt hat. Die Liebelei mit einer junge Praktikantin ist zwar verjährt, aber der Name der Dame bleibt untrennbar mit einer Schmuddelgeschichte verbunden.

Sie tourt nun durch die Lande um auf das Problem aufmerksam zu machen, wie Medien einfache Leute zerstören können, nur um die Auflage zu steigern. Heinrich Böll hat mit „die verlorene Ehre der Katharina Blum“ schon in den 70ern Bewusstsein für dieses Massenmobbing geschaffen, trotzdem hat das Internetzeitalter mehr Spott-Opfer denn je und es geht immer schneller und immer unkontrollierbarer.

Viele Organisationen rufen also auf sich gegen diese Art der Bloss-stellung und medialen Verunglimpfung zu stellen und – der Neugier zum Trotz – nicht zu klicken oder gar seinen Unmut über Verletzungen der Privatsphäre offen kund zu tun. Auch das ist Medienkompetenz, meiner Meinung nach.

Ethik ist individuell spürbar, keine Kopfregel

Meine Faustregel lautet wie immer das eigene Feingefühl zu entwickeln und zu Rate zu ziehen. Denn im Grunde genommen hat jeder von uns ein Sensorium in der Magengegend, das ihm ganz gut darüber Auskunft geben kann, was wir für anständig und gut befinden. Mit geübten Innenfokus und ein wenig Stille, kann jeder darauf zugreifen und hat so die Möglichkeit zur Orientierung.


Alles Liebe, Susanna

Post Author: Susanna

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