Intelligenz ist Macht

Ich meine, es gehört zu den wesentlichsten Aufgaben der Spiritualität große Zusammenhänge, also ein grösseres Bild vom Leben an und für sich aufzuzeigen. Ich verwende dazu manchmal den Ausdruck “aus höherer Sicht betrachtet” oder Ähnliches, weil es natürlich mit einer Perspektive zu tun hat,. Meist verlieren wir uns in Details von Herausforderungen und vergessen dabei Grundprinzipien beziehungsweise passieren uns da logische Fehler.

Was ist denn Intelligenz?

Wenn man von dem Prinzip ausgeht, dass alles Leben danach strebt in Harmonie und Gleichgewicht zu kommen, dann kann man das durch aus als intelligent bezeichnen. Denn nicht nur Selbsterhaltung wird dadurch erreicht, sondern auch Weiterentwicklung. Allein schon deshalb können neue Veränderungen gar nicht langfristige Verschlechterungen werden und werden unabdingbar zu positiven Entwicklungen führen, wenn auch meist auf Umwegen.

Weniger intelligent hingegen ist oft der Volksmund, wenn er meint, dass alles den Bach hinunter geht oder früher alles besser war. Mir ist nicht ganz klar warum wir diese negative Haltung kultiviert haben, also was es dem Einzelnen bringt so zu denken und zu reden.

Machtlosigkeit

Was mir hingegen auffällt ist vielmehr, dass sich eine Denke der Machtlosigkeit verbreitet hat, gerade wenn es sich um politische oder Themen der Öffentlichkeit handelt. Nur weil keine schnelle oder einfache Lösung in Sicht ist? Oder fühlen wir uns bezüglich grosser Belange einfach frustriert und klein?

Die „Ich allein kann ja nichts ändern, also ist es eh sinnlos“-Mentalität findet man an jeder Hausecke und verbreitet depressive Stimmung. Das kann man zum Teil der schlechten Lebensqualität schulden, zum anderen Teil aber haben wir uns Pessimismus angewöhnt.

Krankheits-Systeme

Da ich mich sehr intensiv mit Gesundheit beschäftige, fällt mir natürlich auf, wie schwierig es ist, sich nicht auf Krankheiten zu fokussieren. Erst gestern fragte mich ein Bekannter, nachdem er seine chronischen Krankheiten aufgezählt hatte, was denn bei mir so los wäre. Mir fiel so schnell nichts ein und aus Solidarität erzählte ich von Hexenschuss vor ein paar Wochen, den ich glücklicherweise bald wieder los wurde.

„Aber du musst doch auch irgendetwas haben“, meinte er ungläubig, schließlich bin ich fünfzehn Jahre älter als er. „Irgendetwas mit dem Blut oder mit den Organen wenigstens“, versuchte er mir auf die Sprünge zu helfen. Nach einiger Zeit einigten wir uns darauf, dass man völlig gesund sein könnte, solange man nicht zu einem Arzt geht, der eine Krankheit diagnostiziert.

Und natürlich lenkte ich das Gespräch anschließend in diese höhere Sicht und Perspektive, wonach der Körper einem mit Symptomen etwas aufzeigen will, also helfen will. Es dauerte ein wenig, bis mein Gesprächspartner dieser Logik folgen konnte, denn zu sehr war er in dem Glauben verhaftet, dass etwas verkehrt wäre mit ihm. Trotzdem öffnete er sich, weil dieser Ansatz wesentlich besser mit seinem restlichen, spirituellen Denken und seinen persönlichen Erfahrungen zusammen passte. ( Anm.: Solche Sinneswandel geschehen nicht allzu häufig so schnell.)

Detektivarbeit macht Spass

Von den richtigen Prämissen ausgehend, kann man diese Ursachenforschung viel leichter betreiben, also herausfinden wozu und wieso sich irgendwelche körperlichen Anzeichen regen. Dazu ist es aber auch nötig von vornherein fest zu halten, dass alles möglich ist und auch jede Krankheit theoretisch heilbar. Daraus lässt sich keine Wissenschaft machen, sondern vielmehr individuelle, persönliche Schicksalswege.

Mit der Hoffnung auf Heilung wird sich nämlich jeder aufmachen und für sich selbst Mittel und Wege suchen, die für ihn richtig und nützlich sind. Er wird probieren, wahrnehmen und in sich hinein spüren, anstatt sich in irgendwelche Schemata und Normen pressen zu lassen. Genau diese Selbstermächtigung hat etwas Befriedigendes und Lustvolles an sich, denn sie mach jeden Einzelnen zum Forscher und Wissens-schaffer.

Mentaler Schlüssel

In diesem gestrigen Gespräch war, wie in vielen anderen Fällen auch, ein Wort ganz wichtig, das eigentlich ohnehin im österreichischen Volksmund auch sehr beliebt ist, nämlich „Wurscht“. Unsere Gedanken beschäftigen sich nämlich viel zu sehr mit anderen, was sie denken und oft auch mit allgemeingültigen Regeln. Viel zu schnell ist unsere Aufmerksamkeit im Außen und seinen Meinungen und Reaktionen.

frosch

So kann man nicht forschen und erst, wenn einem bewusst wird, wie unwesentlich all diese Gedanken sind, wird man sie abstellen. Dann wird alles gleich viel einfacher und klarer, besonders wenn man nur die eigenen Erfahrungen und auch die eigenen Intuition zu Rate zieht. Natürlich werden wir auch ein paar falsche Schlüsse ziehen, aber im Wesentlichen sind wir intelligent genug, für uns selbst zu wissen, was das beste ist. Wir werden wieder mündig.

Der intelligente Patient

Wir von der Alternativmedizin wissen schon längst, dass die Lösungen für Probleme nicht in Büchern zu finden sind, sondern jeder Klient mit sich bringt. Aber auch Allgemeinmediziner aus der klassischen Schulmedizin werden zunehmend auf Patientengespräche und Selbstheilungskräfte geschult. Das wird sich nur sehr langsam durchsetzten, aber es ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

Was auf jeden Fall deutlicher zu beobachten ist, sind viele Leute, die wieder ernst genommen und selbstständig werden wollen. Man will wieder die Zügel in die Hand nehmen und Herr seines eigenen Schicksals werden, unabhängig von Schulmedizinern oder Pharmaprodukten.

Wir holen uns wieder die Macht des Bestimmens und Gestaltens zurück.


su
Alles Liebe, Susanna

Post Author: Susanna

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