Veränderungen sind einfach

Vielleicht ist es dir auch aufgefallen, dass wir Menschen mit zunehmendem Alter träger werden. Vorsichtiger, verhaltener oder vielleicht sogar ängstlicher.

Wo früher noch Zuversicht herrschte, mischen sich vermehrt Sorgen und Fragen in unsere Gedanken. Wir zweifeln an uns, obwohl wir uns besser kennen denn je. Obwohl wir uns selber mehr mögen und mehr über das Leben wissen denn je.

Doch genauso wie wir mehr Erfahrungen besitzen, wie wir genauer herausgefunden haben, wie wir leben wollen, umso eingefahrener sind alte Gewohnheiten geworden.

Reboot

Ich bewundere meine Freundin, die mit knapp sechzig Jahren noch einmal ganz von vorne anfängt. Frei nach dem Motto: „Wenn nicht jetzt, dann nie“. Das hat mich regelrecht wachgerüttelt und mir bewusst gemacht, dass auch ich mich aufmachen will und neue Wege beschreiten.

Gerade große, private Veränderungen machen auch Angst, weil wir wieder auf uns selbst zurück geworfen werden – auch auf unsere Schwächen.

Das schöne am Miteinander, am miteinander leben und miteinander arbeiten ist doch das Gefühl der Gemeinschaft und des Rückhaltes. Man fühlt sich ein Stück weit aufgehoben und integriert, selbst wenn es etliche Dinge gibt die stören oder nicht gut laufen. Beständigkeit ist eben auch ein Stück weit Sicherheit, auch wenn die Situation noch so zwickt und zwackt.

Neophopbie

Ein Teil dieser Hemmung frisch und frei auf neue Situationen und Menschen zu zu gehen, hat durchaus mit unseren Instinkten zu tun. Natürlich stürzt man nicht immer unbeschwert auf fremde Menschen und Ereignisse zu. Doch das ist eben nicht Misstrauen, sondern eine ganz natürliche Vorsicht.

Dazu gesellt sich aber häufig auch unbegründete Angst, die mit der Zeit rationalisiert und häufig vergrößert wird. Eine Ernsthaftigkeit und Beklemmung mischt sich in die Vorfreude und trübt dann die Sicht. Und manchmal erinnern wir uns dann an früher, als wir einfach unsere Koffer packten und drauf los stürmten, Probleme ignorierten bis es an der Zeit war einfach Lösungen dafür zu finden.

Viren

Vera F- Birkenbihl nennt solche kultivierten Gedanken und mentale Gewohnheiten gerne „Viren des Geistes“, weil sie auch ansteckend sind. Gerade durch häufiges Wiederholen können wir uns so tatsächlich selbst Gehirn-waschen – meist völlig unnötig. All die hemmenden Zweifel und negativen Überzeugungen über uns selbst und die Welt sind ein Teil unserer Kultur geworden.

Und jetzt kommt wieder meine alte Anklage: Firmen, die mit Angstargumenten verkaufen wollen und diese manchmal sehr geschickt in ihrer Werbung verstecken, tragen einen guten Teil zu dieser Angst-Denke bei. Egal ob Versicherungen, Gesundheitsvorsorge oder gar Informationsmedien.

Eine interessante Studie in den USA zeigte auf, dass sobald eine neues Medikament im Fernsehen beworben wurde, Leute plötzlich mit den passenden Symptomen in die Apotheken schneiten. Das heisst, es werden uns Probleme suggeriert, um die passenden Lösungen gewinnbringend zu verkaufen.

Verzerrung statt Aufklärung

Doch wir glauben noch immer, dass wir uns unsere eigene Meinung bilden und selbst bestimmen, was wir für gut und richtig halten. Leider ist das nur zum Teil richtig, da uns viele Informationen zugespielt werden, die uns absichtlich in eine Denkrichtung schubsen wollen.

Gerade heute haben wir durch das Internet Zugang zu mehr angeblichen Daten, Fakten und Meinungen denn je. Doch anstatt es zu feiern, nehme ich vermehrt bei vielen eine Übersättigung wahr. Zu widersprüchlich, zu unwichtig und zu schnell kommen da neue Impulse und Warnungen.

Und es wird immer öfter aufgedeckt, wie finanzielle Interessen uns mit Fehlinformationen ganz gezielt in eine Richtung lenken wollen.

Informationskampf

Gerade so wie in unseren Köpfen, ein Spiegel quasi, stehen sich auch in den Medien völlig konträre Aussagen und angebliche Fakten gegenüber. Nur aufmerksame Beobachter oder Kommunikationsexperten durchschauen noch die perfiden Taktiken.

„Framing“ ist so ein neuer Begriff, der eine bewusste Verzerrung von Fakten beschreibt, indem man sie einen fremden Kontext platziert. Also da werden Zusammenhänge und Parallelen erfunden oder Spekulationen angestellt, die ein völlig negatives Licht auf etwas ganz Neutrales werfen sollen.

Objektivität ist eine Illusion

Schon allein der unterschiedliche Sprachgebrauch macht es unmöglich etwas völlig klar und für alle gleichermaßen verständlich auszudrücken. Trotzdem wünschen wir uns eine gewisse ausgeglichene oder zumindest konstruktive Kommunikation.

Das gilt nicht nur für Massenmedien, sondern gerade auch für die Art und Weise, wie wir miteinander reden. Natürlich auch für die Tipps und Tricks, und insbesondere die Warnungen und Hinweise, die wir einander weiter geben. Da passieren nun mal viele Flüchtigkeitsfehler und Missverständnisse ( Stille Post).

Was kann man also noch glauben?

Warum sollten wir so viel glauben? Macht es uns zu besseren Menschen? Macht es uns glücklicher, erfüllter oder zufriedener?

Ein grundsätzliches Fehlhaltung unserer Gesellschaft ist doch, dass wir darauf getrimmt werden möglichst viel Wissen anzuhäufen. Zu allem eine Meinung zu haben oder auf alles eine Antwort zu wissen. Doch genau das ist die Ego-Falle, aus der wir dann wieder hinaus wollen.

Minimalismus ist also wieder angesagt und Neugier sowie Forscherdrang. Wie sollen wir uns sonst weiter entwickeln für unsere Kinder ein besseres Leben kreieren, wenn wir stehen bleiben?

Also auf meine Lieben, lasst uns etwas unternehmen, neue Wege beschreiten und einfach ganz Neues ausprobieren

Alles Liebe, Susanna

Post Author: Susanna

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