Oh du fröhliches Familiendrama …

Keiner steht wirklich darüber, wenn sich an den Festtagen wieder alte, ungute Gefühle regen. Ram Dass, ein grossartiger spiritueller Lehrer hat es seinen Schülern einmal so formuliert:

Wenn du glaubst du bist erleuchtet, dann geh und verbringe eine Woche mit deiner Familie.“

So treffend.

Denn nichts provoziert das Ego mehr als die Emotionen und Missverständnisse, die sich rund um die Liebsten angestaut haben. Uralte Wunden werden wieder aufgebrochen und Schuldzuweisungen erleben ein Comeback.

Und es spielt auch noch etwas anderes mit hinein: wir wären ja so gerne glücklich und ausgeglichen, doch selbst dieses spirituell-erwachsene Selbstbild ist eine Egofalle. Denn im Prinzip ist es dieses Selbstbild, das wir gerne von unserem Umfeld bestätigt haben wollen. Stattdessen werden wir mit allerhand alten Geschichten konfrontiert. Es dauert meist sehr lange das selbst zu erkennen und wieder aus diesem Konflikt auszusteigen.

Deshalb meine Frage: bist du ein Opfer oder ein Täter?

Die Wahrheit ist wiedermal ganz einfach: wir haben uns diese Situationen und Menschen in unserem Leben selbst erschaffen, ganz einfach durch unsere Sicht auf sie. Sobald du jemanden als schwach oder unterlegen siehst, bist du auch schon auf dem Holzweg. Denn jeder macht sich sein Leben selbst, indem er sich eine Geschichte darüber erzählt.

Ich stehe da auch nicht darüber, ganz und gar nicht. Um ehrlich zu sein, schreibe ich meine Artikel meist, um Klarheit ins solche verzwickte Situationen zu bringen, indem ich mich an die Wahrheit erinnere und an meine eigenen Möglichkeiten meine Realität zu gestalten.

Es ist eigentlich nur mentale Arbeit, denn ich will mir eine andere Geschichte, eine positivere Geschichte über mich und meine Familie erzählen. Der Rest ergibt sich dann wie von selbst.

Keiner will etwas Schlechtes

Natürlich gibt es Neid und Eifersucht, Ärger und Traurigkeit in jedem. Und das sind genau die Emotionen, die uns so agieren lassen, dass sie als Kampfansage oder Ablehnung von anderen interpretiert werden.

Doch sind diese Gefühle wieder verraucht, spüren wir dass darunter eine tiefe Verbundenheit und Liebe existiert, die nur nicht gesehen wurde. Trotzdem verstricken wir uns länger als nötig in die Dramen anderer und weisen jede Verantwortung dafür von uns.

Doch das ist nicht ganz ehrlich, denn Tatsache ist, dass jeder selbst für sein Kopfkino und seine Ängste verantwortlich ist.

Wie hinaus?

1. Ablehnung ist nicht der Weg

Egal ob man nur gewisse Verhalten ablehnt oder eine Person als Ganzes, die Ablehnung ist per se schon eine Falle. Denn eigentlich wollen wir, dass jeder seine Erfahrungen macht und verschiedene Wege ausprobieren darf. Umgekehrt verstärken wir unsere Urangst abgelehnt zu werden mit dieser Geisteshaltung. Also Offenheit und Neugier sind gefragt, sowie die Zuversicht und das Vertrauen, dass sich alles ordnen wird und in Ordnung ist.

2. Beurteilen und bewerten

Auch Bewertungen in richtig und gut sind Fallen, denn damit implizieren wir indirekt auch, was eben nicht in Ordnung ist. Genau das führt sehr häufig zu Provokationen, gerne unter dem Deckmantel des positiven Denkens.

Es liegt ja auch eine Überheblichkeit dahinter zu wissen, wie etwas zu sein hat oder was für ein Verhalten akzeptable ist. Doch genau auf diese Bewertung sind wir in unserer Gesellschaft konditioniert worden, sie ist quasi eine Volkskrankheit, mit der wir uns nur allzu leicht wieder anstecken. Der Weg hinaus ist nicht leicht, doch mit den neutralen Augen eines Beobachters lässt sich wieder bei Null, also bei der Realität anfangen.

3. Machtlosigkeit allein

Dass man andere nicht ändern kann ist klar. Allerdings nicht, dass man ihnen ausgeliefert ist oder sie zu irgendetwas braucht. Tatsächlich haben wir sehr wohl die Möglichkeit unsere Aufmerksamkeit auf Positives zu lenken und unsere Kopfgeschichten selbst zu schreiben.

Nur häufig beschreiben wir uns selbst als Opfer der Umstände, und als Unschuldige an Dramen, bei denen wir mitspielen. Das sind wir überhaupt nicht, denn mit ein wenig bewusster Steuerung, also Absicht und Leichtigkeit, lösen sich viele Situationen in Wohlgefallen auf.

Dazu ist es ganz wesentlich sich keine Vorgaben oder andere Erwartungen vor Augen zu halten, sondern die Dinge geschehen zu lassen und sie in Ordnung sein zu lassen.

Spiegel tut weh

Wer reflektiert Familiendramen betrachtet, erkennt genau diese Themen oben in den anderen und in sich selbst. Das Eingeständnis fällt schwer, nur allzu gerne wären wir besser und erhabener, hätten gerne rechter als die anderen.

Trotzdem ist der gangbarste Weg sich weiterzuentwickeln der, sich selbst im anderen zu erkennen und sich selbst zu verzeihen.

In weiterer Folge reduzieren wir dann auch unsere Selbstbild ( Ego) auf ein Minimum und finden wieder das Vertrauen in unsere eigene Macht oder ins Universum, in Gott oder die geistige Welt – wie auch immer man das nennen möchte.


Frohe Festtage, möge jeder von uns wachsen und dazu lernen,

Alles Liebe,

 

Susanna

Post Author: Susanna

1 thought on “Oh du fröhliches Familiendrama …

    Sabrina

    (24. Dezember 2018 - 13:13)

    Alles in bester Ordnung.
    Krankheit erscheint durch Chaos.
    Wenn man nach Weihnachten die Lichterketten abhängt und nicht ordentlich zusammenlegt, wird man im nächsten Jahr feststellen, dass sie verknotet ist.
    Man wird aufs Neue entscheiden sie, die alte Lichterkette, in die Steckdose stecken und freudig feststellen, dass sie noch leuchtet.
    Vieleicht sind durch die Unaufmerksamkeit ein/ zwei Lämpchen defekt.
    Da du es leicht erkennst tauschst du die Birnchen sorgfältig mit Konzentration auf eines und in Dienste aller Lämpchen aus.
    Und wie die Lichterkette verknotet leuchtend am Boden liegt, erscheint es einem wie ein großes Chaos.
    So kann man sie nicht ordentlich ans Fenster hängen.
    Man wird sie aus der Steckdose nehmen, die Knoten entfernen und so ans Fenster anbringen, wie man es sich vorgestellt hat, eben so, dass das warme Licht friedlich für einladende wohlige Heimeligkeit zur Freude nach innen und von außen betrachtet erstrahlt.
    Denn welchen Sinn hat es sonst, die Fenster zu schmücken.
    Eines ist klar.
    Die Lichterkette bleibt eine Lichterkette, ob sie ordentlich oder chaotisch zusammengelegt im Keller auf das nächste Weihnachten wartet……
    Folglich ist alles Chaos in bester Ordnung, solange es von selbst erhalten und nicht gelöst von sich in die Absicht der Lösung gebracht wird und es noch der Ansicht in sich selbst bedarf.
    Fröhliche Ansichten, Absichten und ein liebevolles Beisammensein

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