Ursachen von Narzissmus – Eltern aufgepasst!

Wir sollten nicht vergessen, dass wir eine Gesellschaft voller Leute sind, die teilweise auch herzloses, narzisstisches Verhalten zeigen. Gerade deshalb ist es wichtig zu verstehen, woher dieses Phänomen kommt und wie wir verhindern können, es an unsere Kinder weiter zu geben.

Krankhafter Narzissmus hat meist mehrere Gründe, ist also eine Kombination von vielen Faktoren:

Fokus auf „Was die anderen über einen denken“, daher auch die Bezeichnung Narzisst, weil die Selbstdarstellung nach Aussen hin das Denken dominiert. Narzissmus könnte auch als Ego-Krankheit oder Oberflächlichkeits-Krankheit beschrieben werden. Das hat nicht Notwendigerweise etwas mit der optischen Erscheinung zu tun, sondern vielmehr mit Selbstdarstellung und Wahrnehmung anderer Leute als wichtigstes Thema. 

Negative Weltsicht, Kritiksucht ist ganz typisch für narzisstische Persönlichkeiten, denn selten spricht man von  schönen Dingen des Lebens oder freut sich für andere. Überwiegend ist man mit Missständen, Fehlern oder Ungerechtigkeiten beschäftigt und das Weltbild ist meist negativ und kämpferisch. Natürlich sind auch andere Leute oder Umstände an seinem Leid schuld, mit den bizarrsten Erklärungen warum sie Böses wollen. Häufig wird auch das Denken und Reden sogar so einseitig, dass man nur mehr über Fehler anderer spricht. Diese Denke wird von Eltern oder Umfeld vorgelebt und so an Kinder weiter gegeben.

Vernachlässigung von Strukturen: Manipulativen Taktiken ( Mitleid, Terror, Lüge) waren erfolgreich, d.h. es wurden dem Jugendlichen zu wenig Grenzen gesetzt. Meist hatte er Vorbilder mit ähnlichem Verhalten und wurde dadurch erst motiviert. Sehr häufig gibt es folgende Konstellation: der Vater ist narzisstisch, Mutter zu nachgiebig und versuchte für den Vater zu kompensieren. Das Kind imitiert also die Verhaltensweise des Stärkeren, nämlich des Vaters. Manchmal war der Jugendliche auch sehr viel auf sich allein gestellt und hat deshalb seine kindischen Verhalten verstärken können.

Destruktiver Umgang mit negativen Gedanken und Gefühlen, oft auch verstärkt durch Suchtmittel oder andere physische Faktoren wie Hormone ( Adrenalin!). Der Griff zu bewusstseinsverändernden Mitteln ist ein Zeichen der Ratlosigkeit, mit negativen Gefühlen im Inneren nicht anders umgehen zu können. Im Rausch wird der Verstand betäubt, und man kann regenerieren, doch im Kater kommt alles doppelt so stark zurück. Umgekehrt sind viele offensichtliche Süchtige sehr manipulativ geworden bis hin zu ausgeprägten Persönlichkeitsstörungen um ihre Sucht zu verstecken. NB: es gibt ausser Alkohol und Drogen sehr viele Süchte angefangen von Spielsucht, Sexsucht, Shoppingsucht auch Smartphonesucht etc. 

ANGST und Schuldgefühle, sowie Selbstzweifel sind die eigentlichen Ursachen all dieser negativen Gefühlswelt. Man hat eben nicht gelernt mit dieser inneren Zerrissenheit umzugehen oder sie allein zu überwinden. Es fehlen also nachhaltige Strategien sich selbst zu managen und hat sich leider Gewohnheiten mit unerwünschten Nebenwirkungen zugelegt.  Deshalb ist das narzisstische Verhalten der Kontrast zu herzlichen und mitfühlendem Benehmen, weil es aus dem Negativen heraus agiert ( egal in welcher Form ). Herzensbildung ist also angesagt und die beginnt damit, sich mit sich selbst zu beschäftigen und seine inneren Bedürfnisse.


Tipps für Eltern:

Kinder beginnen schon früh Manipulationen und alles Mögliche auszuprobieren. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Das Kind lernt dabei welche Taktiken wirkungsvoll sind und welche nicht. Dieses Phase des Experimentierens hält meist sehr lange an, also ist Zuversicht und Ausdauer auch seitens der Eltern gefragt. ( auch Erziehung genannt 😉 )

Typische Manipulationsstrategien nach C.G.Jung:
  • Wutanfälle, Schreien, Schlagen, Terror mit allen möglichen Mitteln
  • Trotz-Weinen, Mitleidstouren wie „Ich-bin-ja-so-arm“ und „Das-ist-ja-so-ungerecht“
  • Beleidigt-sein und Rückzug, wie nicht mehr reden, verstecken oder völlig ignorieren
  • Endlose „Warum“-Fragen oä., die lediglich Aufmerksamkeit und Energie rauben.

Also wie damit am besten umgehen?

  1. Du bist ein Vorbild: mach deinem Kind vor, wie man liebevoll und ehrlich leben kann. Das ist das Wichtigste. 
  2. Regeln aufstellen und konsequentes Einhalten. Zu streng bist du nur, wenn diese Regeln zu strikt sind oder Strafen zu hart. Es tut Kindern sogar gut Strukturen und Vorgaben zu haben, weil sie Sicherheit und Orientierung stärken können. Bist du allerdings zu nachgiebig damit oder lässt Kindern völlig freien Lauf, dann fehlt ihnen der Halt und Vertrauen. Diese Nachgiebigkeit seitens der Eltern führt häufig dazu, narzisstische Verhalten zu entwickeln, weil niemand sie stoppt. So stärkst du dein Kind nicht, sondern leitest es in die falsche Richtung, weil es lernen kann, auch durch Manipulationen zum Erfolg zu kommen.
  3. Lachen statt ärgern, wenn ein Kind zu manipulieren versucht, weil du nicht reagierst sondern agierst. Das ist wahrscheinlich oft nur schwer möglich. Trotzdem ist eine lustige Reaktion von dir sinnvoller als deine Unzufriedenheit durch Ärger oder Strafe zu zeigen. Du lässt dich also nicht auf das negative Niveau hinunter, sondern zeigst, dass du lieber guter Stimmung bist. Damit entkräftest du sowohl die Manipulation, als auch den Eindruck, dass man mit Negativität etwas erreichen kann.
  4. Klammer andere Leute aus, fokussiere auf dich selbst. Selbst wenn dein Kind bei dir nicht mit Manipulationen durchkommt, aber bei Grosseltern oder dem anderen Elternteil, dann ist das natürlich sehr ärgerlich. Trotzdem hast du mehr als genug mit dir selber zu tun, als dass du Energie hast, andere zu ändern. Versuch lieber gewisse Situationen zu umgehen oder sie schon im vorhinein zu verhindern. Es nützt auch nichts andere schlecht zu machen vor dem Kind, du kannst nur eine gesunde Alternative anbieten und darauf vertrauen, dass dein Kind sich bei dir wohler fühlt.
  5. Lob und Bestätigung wohl dosiert. Weder ein übermass an Kritik noch an Lob ist gesund. Trotzdem können wir unsere Aufmerksamkeit auf die Dinge lenken, die uns gefallen und darüber mehr reden. An seinen Stärken kann dein Kind auch für weitere Erfolge aufbauen.
  6. Innere Werte pflegen. Das klingt jetzt sehr altmodisch und konservativ. Tatsächlich werden sie derzeit erfolgreich in Therapien eingesetzt: Ehrlichkeit, Würde, Ehre, Anstand und Respekt sind keine leeren Worte, sondern können spürbar wahrgenommen werden. Das heisst, sie werden nicht verstanden und gelernt, sondern wieder in einem selbst gespürt. So lernt das Kind seinen inneren, ethischen Kompass kennen und schätzen. 
  7. Halte dir immer vor Augen, dass du deinem Kind beibringst welche Verhalten zum Erfolg führen! Deine Reaktion auf Schreien, Toben, Lügen, Mitleidheischen oder Bezirzungen sind also wichtig. Wenn du ihnen nachgibst, verstärkst du sie bei deinem Kind. Willst du das? Der Kampf wird nur immer länger und intensiver. Du hast grossen Einfluss, also nütze ihn!

Empfehlung: das E-Book „Der liebende Narzisst“ – Wege zu mehr Selbstliebe

Warst du selbst in einer narzisstischen Beziehung oder hast das Thema mit deinen Eltern erlebt?
In diesem E-Book erfährst du was diese Anziehung mit ihrem eigenen Selbstwertgefühl zu tun hat und was du tun kannst um diesen Kreislauf zu durchbrechen!
  • Die effektivsten Strategien im Umgang mit Narzissten, die sich in der Praxis besonders bewährt haben
  • Du lernst Anzeichen kennen, anhand derer du ganz schnell einen Narzissten erkennst
  • Du verstehst, was dein mangelndes Selbstwertgefühl mit der Anziehung auf narzisstische Persönlichkeiten zu tun hat – und wie du diese Anziehung verändern kannst

Fazit: Aufmerksamkeit ist die Währung

Es ist natürlich schwierig für eine Mutter einzuschätzen, wann ein Kind wirklich Unterstützung braucht und wann es nur Grenzen austestet. Vor allem deine Aufmerksamkeit ist häufig etwas, das dein Kind sucht und gerne hat. Lerne mehr in dich hinein zu spüren und deinen inneren Impulsen zu vertrauen. Befreie dich also selbst von Manipulation, denn das ist das Beste und Effektivste Mittel um deinem Kind den besten Start ins Leben zu ermöglichen.


Post Author: Susanna

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