Susanna BELLONI

Wie du immun gegen Manipulationen wirst

Die Sorge um Manipulation oder Missbrauch ist gerade im spirituellen Bereich gross und wird viel besprochen. Dabei denken manche an Lügen und hinterlistige Strategien von sogenannten Scharlatanen oder bösen Menschen, die es allerdings nur sehr selten gibt. Was hingegen sehr häufig vorkommt, ist dass Leute ihre eigenen destruktiven Verhaltensweisen nicht erkennen, und damit andere runter ziehen.

Ich habe mich lange mit dem Innenleben der Menschen und ihren Gedanken beschäftigt, sowie mit diesen manipulativen Mustern, die unbewusst weiter gegeben werden. Natürlich untersuchte ich die Ursachen, aber noch viel wichtiger waren mir Lösungen um aus diesen Mustern auszusteigen.

Die 3 häufigsten  Gründe, warum wir auf Manipulationen einsteigen sind leider von unserer Gesllschaft sehr anerkannt und ihre Schattenseiten werden nur selten gesehen:


1) Mitleid

Uns wird schon in der Schule gepredigt Mitleid mit den Armen und Schwachen zu haben, anstatt sie kalt zu verurteilen. Und das ist auch ganz richtig und wichtig. Doch auch Mitleid muss seine Grenzen kennen, denn ich kann keine Verantwortung für das Leben eines anderen übernehmen.

Es ist also sehr wichtig Verständnis und Verbundenheit zu entwickeln, hingegen „mit zu leiden“ ist wenig hilfreich. Auch aus Mitleid heraus Dinge zu tun, die wider Vernunft und offenem Herzen gehen, macht wenig Sinn. Daraus entwickeln sich meist Abhängigkeiten vom Wohlergehen anderer, was sehr häufig in Grenzüberschreitungen und in ungesunden Beziehungen mündet.

Im Englischen unterscheidet man zwischen Compassion = Mitgefühl und Pitty = Mitleid im Sinne von bemitleiden. Beim bemitleiden schwingt meistens noch ein Hauch von Arroganz mit, weil man damit auch auf andere herab blickt und sich selbst dabei über sie stellt.

Mitgefühl hingegen, weist eher auf den Spiegel hin, den uns andere vorhalten. Denn alles was jemand anderem passiert, kenne ich auch von mir oder hätte mir zumindest ebenso geschehen können.

Mitgefühl und Verständnis statt Mitleid


2) Schuldgefühle, schlechtes Gewissen

Das ist eines der schwierigsten Themen überhaupt, denn unser Sprachgebrauch ist voll von Schuldzuweisungen und der Frage nach Schuldigen. Es ist auch sehr unangenehm sich mit diesen Gefühlen und Gedanken überhaupt auseinander zu setzten. Sie sind verwirrend und machen uns unsicher.

Wir wachsen in dem Glauben auf, dass es richtig ist für unsere Taten schlechtes Gewissen zu haben, vor allem für die sogenannten schlechten Taten. Dabei gibt es kaum Orientierung was sogennante Sünden überhaupt genau sind. Früher wurde dazu der Pfarrer befragt, heute diskutieren wir mit Freunden, die meist ganz unterschiedlicher Meinung sind.

Dabei ist es ganz einfach: wir entscheiden selbst. Und wir vergeben auch selbst. Am Leichtesten in dem Bewusstsein, dass wir alle auch Dinge ausprobieren und erleben müssen, die uns nicht gefallen und die wir nicht wiederholen wollen. Danach wird uns nämlich klarer WAS wir lieber möchten, auch wenn es noch eine Zeit dauert bis uns das völlig klar wird. „Aus Fehlern wird man klug“, also ist kein Fehler wirklich falsch, sondern bringt uns mehr Information.

Forschen und neue Lösungen finden anstatt sich selbst zu verurteilen.


3) Angst

Sie ist überall und wird gerne kommerziell genutzt: die Angst! Egal ob Versicherungen verkauft werden sollen, Kinder-Desinfektionsmittel oder Anti-Aging Produkte, die Werbung weist uns darauf hin, wovor wir uns hüten sollen. Mit falschen Versprechungen werden uns Sicherheit und Schutz verkauft, manchmal sogar vor Szenarien, die niemals eintreten können.

Das hat unser Denken geprägt und ist vielleicht sogar die Hauptursache für viele psychische Störungen, die wir in diesen friedlichen Zeiten in unserer Gesellschaft beobachten können. Viele machen sich schon ungeheuren Stress daraus jede schlimme Eventualität zu bedenken und sich dagegen zu wappnen. Ohne dabei zu bemerken, dass sowohl diese Horrorszenarien im Kopf, als auch der einhergehende Stress alles kontrollieren zu müssen, sehr schädlich für ihre Psyche ist.

Hinzu kommen Versagensängste den Vorstellungen anderer nicht zu genügen, meist in materieller oder körperlicher Hinsicht oder gar auf Leistungen bezogen. Die Ansprüche an uns selbst sind sehr hoch und oberflächlich geworden und unsere kritischen Gedanken immer stärker.

Der einzige Ausweg aus diesem fatalistischen Denken bietet eigentlich die Spiritualität, die in der Tiefe verstanden, genau das Gegenteil sagt: Du bist in Ordnung so wie du bist und die Welt ist es auch. Alles hat einen Sinn und seine wirklich positiven Seiten. Es liegt an dir wie du dein Leben gestaltest und was du dir darüber erzählst. Sich diese Kernaussagen immer wieder zu vergegenwärtigen und unsere eigenen Selbstbetrug zu durchschauen, bedarf einiger Gedankendisziplin und Übung.

Ruhe, Klarheit und Selbstbestimmung anstelle von Stress


Wenn du Fragen oder Gedanken zu diesen Themen hast, dann schreib mir doch einen Kommentar-

Alles Liebe, Susanna

5 Gedanken über “Wie du immun gegen Manipulationen wirst

  1. Jens

    Verrückt. Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit diesen von dir angeführten drei Aspekten.
    Meine Spiritualität durfte ich vor drei Jahren für mich wiederentdecken.
    Mich persönlich beschäftigt sehr die Angst. Tatsächlich nehme ich wahr, was du beschreibst. Die Angst in dieser Welt, vor allem bei uns, denen es in Europa so gut geht, ist in der Regel irreal. Wir sterben nicht. Es bedroht und real nichts an Leib und Leben. Sehr massiv bedroht uns längst Vergangenes. Teilweise das eigene traumatische Erleben, teilweise das Erleben, das Generationen übergreifend in uns nachwirkt. Letztere ist Teil von uns, aber gehört unseren Ahnen.
    Für mich spielt in diesem beginnenden Jahr 2018 der Heilungsprozess meiner Ahnen eine große Rolle.
    Schade, dass du so weit weg lebst.
    Danke für den Impuls.

  2. Monika

    Hey super auf den Punkt gebracht liebe Susanna
    Mit der Angst der Menschen lassen sich leider immer noch sehr gute Geschäfte machen. Deshalb werden uns täglich die unzähligen Kleineren und Grösseren Katastrophen in den Medien anschaulich präsentiert.
    Mitgefühl zu haben, klar. Auch zu helfen wenn möglich – gut. Mitleid bringt niemandem was ausser dass es uns selbst auch noch beschissen geht. Und in so einem Zustand sind wir für andere gar nicht hilfreich.

    1. Susanna Beitrags Autor

      Hej Moni!
      Genau das ist es! wenn es uns selbst schlecht geht, können wir gar nicht für andere da sein.
      Doch irgendwo existiert noch dieser Mythos, dass das Leben eben „besch***“ sein muss, sonst stimmt etwas nicht.
      Dabei ist das Ggenteil wahr: die Wahrheit fühlt sich immer gut an.
      Dicke Umarmung, Susanna

  3. Natalie

    Danke, liebe Susanna, für deine Gedanken. Du hast sie super auf den Punkt gebracht. Diese drei Themen gehören auch für mich zu wichtigen Hürden, die die meisten von uns zu nehmen haben. Bei allen drei Themen schwingt ja die Selbstliebe als Schlüssel mit.
    Wer sich selbst liebt, annimmt, versteht, hat Vertrauen in sich, seine Gefühle und Wahrnehmungen und fühlt sich geführt und geliebt. Und kann dann aus seiner Mitte heraus seine Liebe als Quelle Anderen geben.
    – Und wer andere bedingungslos liebt, hat automatisch kein Mitleid (da er ja nicht Andere herabsetzt, wie du schreibst), sondern er versteht die Gefühle des Anderen, fühlt mit, nach dem Motto „ich seh deinen Schmerz, ich bin bei dir“
    – Wer sich selbst liebt, hat Verständnis für seine eigenen Fehler, und die der anderen, verurteilt sich oder andere nicht dafür, sondern sieht darin auch immer eine Chance zu wachsen.
    – Angst ist letztlich Abwesenheit von Liebe und so kann auch hier Selbstliebe nur der Schlüssel sein (wie du ja auch schreibst, ich wollte nur das Wort gerne benennen. 🙂 )
    Danke für deine Inspiration, immer und immer wieder 🙂
    Liebe Grüsse, Natalie

  4. Pingback: Schwerpunkt-Thema Narzissmus, Narzisst | Susanna BELLONI

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