Der Praxis-Schrittmacher 3: Gut gestartet und dann kommt der grosse Knick

Du bist bereits gestartet? Hast deine Flügel ausgebreitet, ordentlich Schwung genommen und bist schon ein bisschen geflogen.
Doch dann war es plötzlich vorbei mit dem ganzen Elan?
Früher oder später erwischt es jeden. Je nachdem wie gut wir vorbereitet waren. Der anfängliche Enthusiasmus ist verflogen und einer zweifelnden Ratlosigkeit gewichen.

Was hab ich falsch gemacht? Ist es doch nicht mein Weg? oder so ähnlich lauten dann die Fragen, die Tag und Nacht im Kopf herum schwirren.

Darauf gibt es mehrere Antworten. Schau mal welche da vielleicht für dich passt:

1) Du bist zu früh losgestartet und hast dir viele Dinge nicht überlegt, vor allem nicht dein Angebot und deine Preise.

Das kommt häufiger vor, dass der Verstand wesentlich schneller unterwegs ist als es sein soll. Er beschäftigt sich schon mit deinen Zielen und meint diese sofort umsetzten zu müssen. Im Prinzip heisst es da, mal langsamer werden mit den Gedanken.
Schau lieber was sich mühelos ergibt und sei damit zufrieden, als diesen Ego-Luftschlössern nach zu jagen.

2) Du hast an dir und deiner Leistung zu zweifeln begonnen

Zweifel sind Angewohnheiten, die man nicht einfach so loslassen kann, auch nicht als Selbstständiger. Gerade wenn du keinen Vergleich und keinen regelmässigen Austausch mit wirklichen Profis hast, kommst du schnell ins straucheln.
Such dir lieber erfahrene Freunde oder Berater, die dir ehrliches Feedback geben können und ein paar Tipps.

3) Du bist unzufrieden mit der Art deiner Kundschaft

Die Leute, die zu dir kommen, wissen dich entweder nicht zu schätzen oder haben ungeheure Erwartungen an dich? Keiner gibt dir positives Feedback nach dem Besuch bei dir?
Versteh, dass dieses Problem an dir selbst liegt und an deinen falschen Erwartungen an deine Kunden. Die Leute sind nicht dazu da, deine Unsicherheiten zu beseitigen – ganz im Gegenteil. Häufig kommen sie zu dir, um von dir Sicherheit zu gewinnen. Die Wenigsten melden sich nach einer Sitzung wieder, meist aus Schüchternheit aber auch weil sie darauf vergessen. Andere wiederum warten noch immer den richtigen Zeitpunkt ab, um ein umfassendes Bild von den Veränderungen in ihrem Leben zu gewinnen und dir dann umfassend berichten zu können.

4) Du möchtest nicht auf ein Podest gestellt werden

Du kennst dich und deine Schwächen besser als irgendein anderer und es stört dich, wenn andere jemand Tollen in dir sehen. Und gerade in der spirituellen Arbeit ist jeder an sich auch sehr anspruchsvoll, sodass du dich gar nicht als „so toll“ empfindest.
Lass den Leuten doch das Bild resp. die Projektion von dir, solange es ihnen gefällt und es sie aufstellt, ist gar nichts dagegen einzuwenden. Vielleicht ist das auch ein Hinweis darauf, dass du dich selbst gar nicht so negativ sehen solltest.

5) Du hast Mühe damit Geld anzunehmen

Das ist das häufigste Problem von Leuten, die aus einem inneren Drang heraus anderen helfen wollen. Oft fallen dann noch die Sätze „Ich mach mir nichts aus Geld“ und „Geld ist nicht so wichtig für mich, ich komme mit ganz wenig aus“. Aber wenn es dann nur sehr wenig Geld gibt, dann kriegst du die Krise …..
Du solltest dir wirklich überlegen ob du deinem Karma zuliebe arbeiten möchtest, oder ob du dem Kunden den Respekt zollst, dass er auch etwas zurück geben darf. Geld ist nämlich nicht schlecht, ganz im Gegenteil es schafft Verbindung und manchmal sogar Vertrauen.

6) Du hast dich verändert, aber dein Angebot nicht

Eigentlich weisst du ja genau was du machen möchtest, aber du findest nicht die richtigen Worte dafür. Also benutzt du Beschreibungen und Phrasen, die „die Leute eben kennen“. Oder dein Kopf steckt noch in deinen alten Plänen fest, obwohl es dich längst in eine andere Richtung zieht.
Der Kopf ist immer das Problem, er braucht ein Update. Neue Worte, neue Bilder und vor allem Mut zu Veränderung. Nur wenn deine Energie stimmt, dann ziehst du auch die richtigen Leute an. Blockiert der Kopf aber, dann verstehst du die Welt nicht mehr, dabei ist es so einfach. Erkenne wo du gerade stehst und, dass du vielleicht in eine andere Richtung weiter gehen möchtest.

7) Du hast schon so viel gemacht und bist immer noch nicht perfekt?

Du bist schon so lange unterwegs, hast so hart an dir gearbeitet, Ausbildungen und Therapien gemacht, und trotzdem bist du noch nicht angekommen?
Willkommen in der Realität: das Leben ist ein ewiger Kreislauf von Rätseln, Herausforderungen und überraschungen. Du bist nie angekommen, sondern ständig unterwegs und es liegt an dir, wie locker du es nehmen kannst. Wie wäre es denn, wenn du mal wieder deine eigenen Techniken und Ratschläge an dir selber anwendest und dich selbst unterstützt? Oder dachtest du vielleicht du hättest irgendwann einmal ausgelernt?

8) Du brauchst niemanden, dich versteht ohnehin keiner

Es ist wahr, dass dich niemand zu 100% verstehen kann, aber zumindest teilweise und das ist genug. Ausserdem gibt es Leute und Tiere, die dir auch so helfen können, einfach indem sie deine Energie wieder aufrichten.
Gib doch zu, dass du dich mit deinem Verstand verlaufen hast und nur zu stolz bist, das einzugestehen. Das ist doch nicht schlimm, schliesslich kommen die meisten deiner Kunden aus genau dem selben Grund zu dir. Warum solltest du anders sein?

9) schulmedizinischer Professionalismus

Was das „professionelle Arbeiten“ angeht, kursieren tausende von Ideen in der Alternativmedizin. Jetzt stell dir einmal vor ein toller Schamane aus dem Amazonas kommt zu Besuch und soll seine Heilkunst vorführen. Doch dann wird er belehrt, wie man es hier richtig macht: „Nein, zuerst musst du ein Kundenblatt ausfüllen und eine Anamnese machen. Du darfst nicht von dir erzählen und musst pünktlich in der Zeit bleiben.“ usw. Diese ganzen Gebaren sind doch völlig unwichtig,
Aber am hinderlichsten ist der autoritäre Bluff, den du meinst spielen zu müssen, als ob du auf alles eine Antwort und zu jedem Problem eine Lösung wüsstest.
Hör auf mit dem oberflächlichen Theater, sei lieber ein herzlicher und aufgestellter Mensch, bei dem man sich einfach nur wohl fühlt. Nur wenn du authentisch bleibst, dann erfüllt dich auch deine Arbeit und macht richtig Spass.

10) Prioritätenalarm

Manchmal ist es doch tatsächlich so, dass andere Dinge in deinem Leben wichtiger sind, als deine Arbeit. Mach dir mal eine Liste mit Themen, sortiert nach Wichtigkeit, also Gesundheit, Familie, Schöne Wohnung, Liebe, Ruhe,  Arbeit usw.
Dann schau mal, ob es gerade in den Zeiten, wo deine Praxis nicht so gut gelaufen ist, es wichtiger war dich um andere Dinge zu kümmern. Besonders mit Kindern oder kranken Verwandten überfordern sich sehr viele und meinen alles locker unter einen Hut bringen zu können, doch das stimmt eben manchmal nicht.


Die folgenden Kriterien solltest du für deine Praxis immer wieder checken:

  • Mein Energie Level: habe ich wirklich Lust zu arbeiten?
  • Eigenen Erwartungen überprüfen: ist das realistisch machbar?
  • Arbeite ich für mich selbst?
  • Stimmt die Balance zwischen allen Lebensbereichen?
  • Selbstvertrauen und Geldthema kontrollieren!
  • Befolge ich selbst die Ratschläge, die ich meinen Kunden gebe?
  • Sehe ich, wer ich heute bin oder wer ich gerne sein möchte?

 

Alles Liebe und ToiToiToi,

Susanna

 

P.S.: Natürlich wieder „aus eigener Erfahrung“ – was sonst 😉

 


So gehts weiter mit dem Praxis-Schrittmacher:

Teil 4: professionell arbeiten, Qualität halten

Teil 5: alles verändert sich ständig, justiere deine Ausrichtung

Post Author: Susanna

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