Susanna BELLONI

Wahrhaftigkeiten und Innenfokus

~ Meine Suche nach der Wahrheit ~

Es ist lange her, ich kann mich beinahe nicht mehr daran erinnern, wann ich den Entschluss gefasst hatte, die Wahrheit zu erforschen. Wahrscheinlich war es gar kein konreter Zeitpunkt, sondern vielmehr eine Wiederholung von vielen kurzen Momenten.

Klar war mir jedoch immer, dass ich lernen wollte. Erforschen, erleben und verstehen. Allerdings hatte ich lange Zeit die naive Vorstellung einen Trail von Wahrheiten folgen zu können, der mich von einer Erkenntnis mühelos zur nächsten bringen sollte. ( Das war noch bevor ich die Prophezeihungen von Celestine gelesen hatte, wo die Geschichte ja genau so aufgebaut ist.)

Stattdessen wühlte ich mich durch schwer durchschaubare Wissenschaften, folgte irrwitzigen Fragen meines Verstandes und verlor selbst in mir die Orientierung. Ich wurde also erwachsen.

Doch es gab auch helle Momente auf dieser Reise durch die Düsternis der Verwirrung. Manchmal ein wenig heller und einige Male sogar strahlende Erlebnisse. Trotzdem sehe ich im Rückblick auf welche Berg-und-Talfahrt ich mich da eingelassen hatte. Allein die Hoffnung auf das Licht am Ende des Tunnels gab mir die Ausdauer durch zu halten.

Und es gab auch einen gewissen Wendepunkt in meinem Leben von dem an es immer heller und leichter wurde diesen Weg weiter zu gehen. Die Tiefs wurden weniger tief und die Hochs immer höher.

Als ich begann meine erlenten spirituellen Techniken an anderen Leuten anzuwenden, war dieser Drang nach Wahrhaftigkeit wieder stärker spürbar. Und es war noch ein längerer Prozess für mich meine Zweifel und Ängste beiseite zu legen und einfach nur zu beobachten.

Ein einscheidender Aha-Moment war sicherlich die Feststellung, dass nicht jeder nur seine eigene Wahrheit hat, sondern dass es tiefe gemeinsame Wahrheiten gibt. Scheinbar hat jeder Zugang zu diesen feinen und grossartigen Erkenntnissen, die in uns allen schlummern. Egal mit welcher Technik man zu ihnen gelangt oder durch welche Worte diese innere Weisheit angestossen wird. Sie scheint universell, also spirituell zu sein. Eine Wahrheit, die uns allen gemein ist und die uns alle verbindet.

Ich habe das Wort Wahrhaftigkeit für diese gemeinsamen Weisheiten gewählt, damit es sich von der äusseren Wahrheit, der physikalischen unterscheidet. Und es ist etwas herausfordernd die Inhalte kurz und knapp in Worte zu verpacken, trotzdem versuche ich das hier:

Wahrhaftigkeiten:

  1. Jeder ist gleich viel wert und und gleich weit entwickelt. Jeder und alles ist wichtig und gehört dazu. Das Ganze ist genau so wie es sein soll.
  2. Du bist immer auf deinem Weg und alles ist in Ordnung. Alles ist richtig so, wie es ist.
  3. Du hast nie etwas falsch gemacht, nur dein Verstand hat missverstanden oder negativ geurteilt.
  4. Liebe ist dein natürlicher Zustand, nur deine eigene Ablehnung und Trennung hindert dich daran in völliger Harmonie und Glückseligkeit zu leben.
  5. Du bist genug, denn du bist völlig richtig. Du bist das perfekt inkarnierte DU, das du sein sollst.
  6. Alles ist möglich, es gibt keine Grenzen und keine Unmöglichkeiten dieser Realität.
  7. Worte könnne sowohl verbinden als auch trennen. Es ist deine eigene Entscheidung.
  8. Mut ist die Fähigkeit deine Ängste zu überwinden. Mut heisst das zu tun, was dir entspricht, auch wenn der Verstand dagegen ist.
  9. Schmerz und Leid entsteht aus einer Uneinigkeit zwischen Herz und Verstand.
  10. Das Herz gestaltet dein Leben und der Verstand kann nur zuarbeiten. Stellt er sich doch quer, dann nimmst du das als unangenehmes Gefühl wahr.
  11. Die Wahrheit fühlt sich immer gut an, sie ist an der Wirklichkeit zu beobachten. Unangenehme Gefühle entstehen nur dann, wenn der Verstand sich selbstständig macht und Negatives assoziiert.
  12. Es gibt keine böse Macht, sondern nur den Schatten des Lichts. Sobald Licht darauf fällt verschwindet er von selbst.

Albert Einstein soll mal gesagt haben, dass es keine objektive Wahrheit gibt. Auch diese Aussage kann jeder jetzt verschieden verstehen.

Ich jedoch habe für mich erkannt, dass uns so etwas wie ein „gemeinsames Inneres Wissen“ verbindet und in jedem Wesen vorhanden ist. Wahrscheinlich sind wir einander im Inneren viel ähnlicher und gleicher als im Aussen.

Während jeder von uns die Aussenwelt anders versteht, beschreibt und interpretiert. So kann Einstein im obigem Zitat von der Unmöglichkeit einer objektiv beschreibbbaren Wirklichkeit gesprochen haben.

Doch die Spiritualität widmet sich viel mehr dem Beobachter Mensch und richtet den Fokus auf sein Innenleben. Innenfokus ist also ein Schlüssel zur eigenen Weisheit und gleichzeitig der Weg in die Verbindung miteinander.

Solange uns die Menschlichkeit miteinander verbindet, ist es völlig egal, was uns trennt.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

 

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