Susanna BELLONI

der Verstand dient also der Seele …

Umso länger ich mich mit den Dingen unter der Oberfläche beschäftige, mit der Wahrhaftigkeit des Seins, umso öfter höre ich diesen Satz.

Und er ist wahr!
Wie anders könnte sich denn das Selbst ausdrücken und im Leben verwirklichen, wenn nicht der Verstand nur den Stellenwert eines Werkzeuges bekommt.

Spannend welche logischen Schlussfolgerungen sich allerdings aus dieser Feststellung für mich ergeben:

1) Entscheidungen

Entscheidungen werden ohnehin mit „dem Bauch“ getroffen, der Verstand soll das akzeptieren und die nötigen Handlungen organisieren. Er versteht ohnehin erst im Nachhinein und das auch manchmal nur recht langsam. Seine Aufgabe ist es nicht einmal alles zu verstehen, sondern nur so viel, wie er eben vermag.

2) Erfolg

Intelligenz ist nicht nötig um erfolgreich zu leben, sondern vielmehr eine positive Geisteshaltung, die akzeptieren kann. Die Seele darf voraus gehen, der Körper folgt und mit ihm der Verstand. Wenn der Verstand allerdings meint voraus denken zu können, dann hält er sich von seiner eigentlichen Aufgabe ab, nämlich das Erlebte zu registrieren und sich einen Reim darauf zu machen.

3) Gesellschaft

Die allgemeine, rationale Beschreibung der Realität auch Wissenschaft genannt, kann sich nicht zum Richter aufspielen, sondern sollte sich wie der Verstand in einer untergeordneten Rolle sehen. Dies kann auch in einer Gesellschaft, die sich nicht auf verstandesmässige Ergebnisse verlässt, sondern vielmehr forscht und experimentiert, gelebt werden. Auch die Bewertung in richtig und falsch ändert sich möglicherweise dann in „wünschenswert“ und vernachlässigbar, und man erreicht eine Offenheit, die Reibungslosigkeit ermöglicht und auf Erfolge aufbaut.

4) Wahrheit

Die Wahrheit ist „das was ist“, und nicht was der Verstand für hypothetisch richtig hält. Die Seele kreiert das Leben und ist der Ursprung. Etwas negativ zu beurteilen, was die Seele erschafft, ist sinnlos, genauso wie sich gegen zukünftige Ereignisse zu wehren. Gerät der Verstand allerdings genau auf diese Irrwege so verspürt der Einzelne Schmerz und Leid.

Aber auch Selbstbetrug und die Lüge anderen gegenüber schafft Unfrieden im Inneren. Das Herz hat den Drang nach Wahrhaftigkeit und man fühlt sich nur mit der Wahrheit erfüllt. Daher lieber schweigen, als Unsinn reden und lieber meditieren, als unliebsame Gedanken wiederholen.

5) Erleuchtung

Der Erleuchtete Zustand eines Individuums ist also genau diese bewusste Entscheidung, dass das Jetzt perfekt ist und genau richtig. Natürlich ist es für jeden Menschen wünschenswert diesen Zustand so oft und so lange wie möglich zu erleben, jedoch nimmt er dem Leben sehr viel von seiner Dynamik, die der Verstand als Dramatik erlebt. Es ist also die Entscheidung zwischen romantischer Novelle und Action-Film, die jeder für sich selbst wählen kann. Spirituelle Lehren geben lediglich die Möglichkeit das Eine oder das Andere zu leben – völlig wertfrei. Jedoch hat jeder Mensch einen Trieb oder ein Streben in sich, sich gut zu fühlen, so wird jeder Actionheld, wenn er schwer angeschlagen ist, sich wieder im Schosse der Seele erholen wollen. Dazu sind spirituelle Heiler praktisch, denn sie weisen den Weg zu sich Selbst, zum eigenen Sein.

6) Ver-Bildung

Wenn doch ein Neugeborenes in genau diesem erleuchteten Zustand auf die Welt kommt, dann liegt es doch an seiner Umgebung diesen zu Erhalten. Das ist natürlich ein frommer Wunsch und nicht wirklich möglich. Uns sollte aber klar werden, dass wir Kinder – vor allem durch Schule und unser eigenes Vorbild – aus diesem natürlichen Zustand heraus bringen. Also ist es durchaus wünschenswert sämtliche Bildungskonzepte und auch Erziehungskonzepte aus dieser neuen Sicht zu verändern, nämlich nach dem Gesichtspunkt „wie können sie das Kind am wenigsten negativ beeinflussen`“. Denn es ist durchaus wünschenswert, dass sich die neuen Generationen wieder in Richtung Erleuchtung weiter entwickeln und so die vergangenen Erfahrungen sinnvoll nützen.

Es gibt wahrscheinlich noch viele logische Schlussfolgerungen zu dem Leitsatz, vielleicht sind viele davon subjektiv, in jedem Fall aber sind sie positiv.

Alles Liebe,
Susanna

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