Susanna BELLONI

Wenn es weh tut, dann ist es nur das Ego

Vielleicht kennst du auch das Buch von Chuck Spezzano: „Wenn es verletzt, dann ist es keine Liebe“? Ein wirklich hilfreiches Buch über das Wesen der Liebe, doch ehrlich gesagt half mir die Erkenntnis, dass nur das Ego verletzt werden kann, wesentlich mehr.

Einfach deshalb weil ich dann meine kleinen alltäglichen Animositäten nicht mehr so ernst nehme. Es ist mir wie ein Mantra geworden, mich bei jeder unangenehmen Gefühlsregung daran zu erinnern: „Das ist nur dein Ego, das ist nicht so wichtig …“

Was ist mein Ego denn nun genau?

Ich liebe Burt Goldmanns Definition des Egos, denn sie ist simpel und hat sich als treffend bewiesen. Mein Ego, das ist mein Selbstbild von mir selber, also alle Gedanken rund um meine Person. Und genau diese Gedanken sind erstens selbst gemacht und zweitens austauschbar!

Aus der Überzeugung „ich bin zu dick“ kannst du eigentlich in minutenschnelle ein „eigentlich bin ich ganz OK“ machen und aus „ich bin so undiplomatisch“ wird ein „Geschmackssache“. Klar dauert es manchmal länger, einige Gedanken sind auch sehr hartnäckig – zugegeben. Trotzdem: sie sind änderbar, wie jeder schon am eigenen Leib festgestellt hat. Und sie sind nicht deine Seele, sondern eben nur Meinungen oder Zweifel oder noch komischere Gedanken, die du oft wiederholst.

Tipp: An anderen Leuten lässt sich das viel besser beobachten, aber wir funktionieren alle gleich.

Gibt es also keinen Seelenschmerz?

Jain. Ich würde vielleicht so sagen: wir bezeichnen häufig unsere Gefühlswelt als unsere Seele. Also wenn da etwas drückt oder gar weh tut, dann nennen das einige Seele. Andere wiederum bezeichnen als Seele das Bewusstsein, dein Höheres Selbst, dein ewiger Teil.

Wir gehen sehr salopp mit dem Begriff Seele um und jeder meint etwas anderes damit. Dadurch entstehen unnötige Missverständnisse und leider auch Meinungsverschiedenheiten.

Warum weht den das Ego überhaupt?

Eckhart Tolle hat ganze Bücher darüber geschrieben, kurz zusammen gefasst ist das Ego darauf bedacht seine Schwächen zu verteidigen. Schwächen, die eigentlich gar keine sind, sondern selbst gemachte negative Gedanken über die eigene Person. Diese können durchaus auch die Zukunft betreffen, dann nennen wir sie Ängste. Das Ego liegt also im Krieg mit seiner Umwelt, vor der es sich schützen möchte indem es sie zu steuern versucht. Es läuft häufig irren Zielen hinterher oder fühlt sich von anderen bedroht und verletzt. Besonders geschickt möchte es gerne Gesellschaft oder andere Leute ändern, in der wahnwitzigen Annahme sich dann sicherer fühlen zu können.

Das ist überhaupt eine bemerkenswerte Eigenschaft des menschlichen Verstandes, dass er so viel wie möglich kontrollieren möchte, meist aus Angst vor Schwäche. Auch hier ein Literaturtipp: Das LOLA-Prinzip von Rene Egli, der sich mit dem Loslassen von Gedanken und Vorstellungen beschäftigt. Denkt man nämlich nicht mehr, dann kommen auch diese Stress-Gedanken von Angst und Trauer nicht mehr und der Energiekörper kann regenerieren. Wieder ein Beweis dafür, dass das Selbstbild-Ego nur ein völlig willkürliches Gedankenkonstrukt ist.

Also brauchen wir kein Ego, wenn es so viele negative Nebeneffekte hat?

Doch, wir brauchen eine Selbstbeschreibung unserer Person, denn wir werden ständig gefragt wer wir sind und was wir tun. Aber wir wollen uns nicht mit unserem Körper zu sehr identifizieren, da wir ohnehin wissen, dass wir aus so viel mehr bestehen und so viel mehr sind. Das ist auch Sinn und Zweck der Esoterik und von spirituellen Lehren, nämlich Verständnis für das Grosse Ganze zu bekommen und die Verbundenheit damit spüren.

„Ich bin eine Seele und ich habe einen Körper“

Also wird das kleine, anfällige Ego gar nicht mehr so wichtig und es ist ohnehin veränderbar, gestaltbar, formbar.

Formbar WIE?

Hier eine Auflistung von Techniken und Methoden, mit denen du dein Selbstbild so verändern kannst, dass du negative Meinungen über dich loslassen oder ersetzten kannst:

  • Hypnose 
  • The Work
  • Meditation
  • NLP
  • Reinkarnationstherapie
  • Seelenrückholung
  • Affirmationen ( Louise Hey)
  • Trancehealing
  • Beichte
  • Heil-Fasten
  • Feuerlauf
  • Schwitzhütte und Heilzeremonien
  • Geistheilung
  • uvm.

Hier die Links zu den Literaturtipps:

Ein Gedanke zu “Wenn es weh tut, dann ist es nur das Ego

  1. Andreas

    Danke für deinen sehr guten Beitrag – dieses Thema ist immer wieder einer Erinnerung wert…
    Eckhart Tolle hat vor längere Zeit geschafft, es mir komplett klar zu machen. Damals dachte ich: jetzt habe ich es geschafft. Aber das Ego mit seinen Tricks schafft es immer wieder, neergie zu bekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.