Susanna BELLONI

5 typische Phasen des spirituellen Wachstums

 

Es gibt durchaus Niveau-Unterschiede in spirituellen Lehren und Ausbildungen. Und es ist auch völlig normal, dass dich nach und nach andere Leute anziehen und du lernst für dich die Spreu vom Weizen zu trennen und sogar immer anspruchsvoller wirst.

Die Reise durch die Lehren der Spiritualität und die persönlichen Erkenntnisse dabei, nennt man auch spirituelles Wachstum, das meist die folgenden 5 Phasen durchläuft:

Phase 1: mit dem Kopf lernen

Natürlich beginnen wir mit Seminaren oder Büchern, die uns Fragen beantworten die Kirche oder Schulmedizin nicht behandeln können. Es ist der Anfang sich vom Mainstream zu lösen und sich mit neuen Ideen zu beschäftigen. Allerdings begegnen einem in diesem „Anfänger-Bereich“ viele krasse Geschichten und bizarre Gestalten. Und das ist auch insofern gut, weil sie helfen den Verstand zu öffnen und einfach selbst auszuprobieren, was zu einem passt.

Phase 2: Gelerntes testen

Die nächste Phase ist die, des selbstständigen Ausprobierens, wo – meist etwas experimentell – das Erlernte an anderen getestet wird. Viele sind überrascht von der Unzulänglichkeit des Kopfwissens, das sie in Seminaren gelernt haben. Häufig ist das eine Zeit der Enttäuschung und Verwirrung. Der Verstand hat sich auf das Wissen und die Inhalte von Kursen und Seminaren versteift und versteht nicht, warum sie nicht effizient anwendbar sind. Der Grund dafür ist meist, dass die eigenen Emotionen, also die Schwingung noch nicht so gezielt steuerbar ist, weil noch zu viel nach Aussen und zu wenig nach Innen fokussiert wurde.

Das ist auch eine Zeit, wo sich viele wieder von der Esoterik abwenden oder frustriert ihren Unmut äussern. Besonders wenn sie in ihren Seminaren aufgefordert wurden, sich sofort mit den Techniken selbstständig zu machen und leider schnell scheitern.

Einige aber machen sich auf und beginnen zu beobachten und weiter zu lernen:

Phase 3: Selbstständiges Denken

Auch diese Phase ist noch eine Zeit des Ausprobierens, allerdings mit der Prämisse sich selbst einen Reim auf die Wirkungsweise zu machen. Mit etwas Distanz aber mit dem Mut offen zu sein, gelingt es häufig weiteren grossartigen Phänomenen zu begegnen und Methoden zu durchschauen. Dadurch lernt man viele neue und unterschiedliche Leute und Techniken kennen, die den Horizont erweitern und verbinden. Es ist eine sehr konstruktive Zeit der Erweiterung und des Umsehens.

Man ist nicht mehr anfällig für oberflächliche Versprechungen, sondern folgt mehr seinem Gefühl und findet zu Wegen sich selbst besser kennen zu lernen. Hier werden tiefe eigene Erfahrungen gemacht und schlussendlich auch verstanden.

Phase 4: Fokussieren

Schliesslich will der Beobachter auch aktiv werden und entschliesst sich selbst die Techniken anzuwenden, die ihm am meisten liegen. In dieser Phase versuchen sich viele selbstständig zu machen und tatsächlich ist es die beste Zeit um sowohl mit Begeisterung als auch mit Demut nach Aussen zu gehen. Doch auch dieser Schritt ist mit viele persönlichen Herausforderungen versehen, die verlangen das Gelernte besonders an sich selbst anzuwenden.

Auch in dieser Phase verzagen viele und ziehen sich zurück, weil sie falsche Vorstellungen von dieser Arbeit und von sich selbst hatten. Denn es gilt wieder die oberflächlichen Ideen los zu lassen und seinen ganz eigenen, individuellen Weg zu gehen, was viel Selbstvertrauen verlangt. Wer seine eigenen Ratschläge für andere auch in dieser Phase an sich selbst anwendet, hat die besten Chancen zu wachsen und die richtige Haltung zu bewahren.

Phase 5: neue Sichtweise

Durch die eigenen Erfahrungen und Erlebnisse, sowie deren aufmerksame Beobachtung ergibt sich eine klare Sicht auf die unsichtbaren Zusammenhänge. Häufig begleitet diese Klarheit auch die Sehnsucht mit Unsinn, der in Phase1 gelernt wurde aufzuräumen oder gar andere davor zu bewahren. Es ist aber auch eine Zeit, in der immer deutlicher wird, dass nur das zählt, was man selbst macht und Selbstbestimmung zentral wird.

Es ist eine Phase, in der viele beginnen ihr Wissen weiter zu geben und andere anleiten effizient und sinnvoll weiter das Spirituelle zu leben. Die Herausforderung in dieser Zeit liegt in der Bescheidenheit und Konsequenz, denn jetzt begegnen dir viele Leute, die dich entweder auf in Podest stellen oder dich stolpern sehen wollen. Dabei gilt es ein spirituelles Miteinander auch mit diesen Menschen zu leben, also in Frieden und in Selbsterkenntnis.

 


Natürlich gibt es auch ganz andere Reisen und Entwicklungsgeschichten, sie sind allerdings eher die Ausnahme. Häufig machen wir auch zwei Schritte nach vorne und einen zurück, wobei uns unser Ego gerne vorgaukelt bereits in der höchsten Entwicklungsstufe zu sein.

Das ist die Absurdität und Verwirrung, die in der spirituellen Szene herrscht, wo sich Anfänger für Experten halten und Fortgeschrittene wie Anfänger fühlen. Tatsächlich gibt es auch wissensmässig gar nicht viel zu lernen, sondern vielmehr den Verstand zu zügeln und sich frei von Irrtümern zu machen. Denn das Ziel lautet möglichst reibungslos dem eigen Herzen zu folgen und es sprechen zu lassen, egal wie der eigene Weg für andere aussehen mag.


 

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