Susanna BELLONI

Wut als Schlüssel zu deinem wahren ICH

Du kennst sicher dieses Gefühl sich aufstauender Energie in deiner Magengegend. Der Kopf schlägt Alarm und weiss, dass du gleich explodieren könntest.
Oder es ist unkontrolliert aus dir herausgebrochen ohne, dass du bemerkt hast, dass sich etwas anbahnte. Und danach tut es dir leid, und du nimmst dir vor, diese emotionalen Eruptionen nicht mehr so wild ausbrechen zu lassen.
Du siehst dich selbst wie ein Vulkan, der Zerstörung bringt und ungeahnte Schäden anrichten kann und du magst dich nicht dafür …
… gibst deinen Eltern Schuld, deinem Partner, den Kindern, den Nachbarn oder Kollegen oder gar dem Staat oder der Kirche. Egal. Sie haben aus dir etwas gemacht, das du gar nicht sein willst.
Glaubst du.

Was wenn du selbst mit deinen Gedanken diese Energie ständig aufstaust? Du selbst bist es, der deine Impulse ständig zurückhält. Wie ein Biber baust du einen Staudamm nach dem anderen um deinen Energiefluss zu bremsen, und bist verzweifelt wenn deine Dämme brechen.
Denn du weisst ja ganz genau wie du sein sollst oder sein möchtest: lieb, nett und anständig.
Vielleicht sind es ja genau diese Wünsche, die so verkehrt sind. Die dazu führen, dass du deinen natürlichen Energiestrom blockierst, der sich dann eruptionsartig entlädt und dich erst recht zu dem Monster macht, das du nicht sein willst.
Aber impulsiv sein und einfach unkontrolliert das tun, was dir gerade Spass macht, das ist schwierig. Vor allem wenn dein Verstand sich überwiegend mit dem beschäftigt, was dir nicht gefällt.

Meine Beobachtung an mir selbst ist, das ich mich oft verhindere etwas zu tun, weil der Kopf sagt: „das sollst du nicht, das ist nicht lieb“. Oder so ähnlich. Doch der Impuls kommt wie eine sanfte Energiewelle und der Energiefluss staut sich in meine Körper auf umso länger ich ihn zurück halte. Bis es plötzlich aus mir heraus bricht. Manchmal sogar noch etwas kontrolliert, manchmal völlig unwillkürlich.
Also habe ich vor einiger Zeit eine Übung begonnen, da mir der Gedanke kam, dass Wut auch ein Zeichen für Handlungsbedarf sein könnte. Bei der ersten Anzeichen von gestauter Energie in meiner Magengrube, versuchte ich in der Situation zu verstehen, was ich tun könnte. Wie ich anders handeln könnte. Und es funktionierte tatsächlich etliche Male ganz gut.
Aber eben nicht immer.
Irgendwie war diese Kopfkontrolle zwar toleranter und flexibler geworden, aber sie ist einfach unzulänglich und funktioniert nicht jederzeit.

 

Dann traf ich Sofija. Sie erinnerte mich an diese Gefühle in meiner Jugend, an diese Unbeschwertheit und Leichtigkeit einfach meinen Impulsen zu folgen und mich daran zu erfreuen.
Natürlich hatte ich in den letzten Jahren geübt wieder so zu sein, doch nur in Situationen und an Orten, die mir sicher erschienen.
Doch Sofijas Energie, ihre Haltung und ihre Kraft haben mich wieder daran erinnert, dass noch viel mehr geht. Sie hat mir gezeigt, wie sehr ich mich noch immer zurück halte. Wie sehr ich mich selbst verurteile und mir doofe Vorgaben mache.

Ich dachte ich wäre schon „so weit“ gekommen in meinen Bemühungen wieder ich selbst zu sein.
Eigentlich hätte mich meine Wut darauf aufmerksam machen können, wo ich mich noch sehr erfolgreich verbiege und verhindere. Doch dank meiner glorreichen Übung ( von oben) habe ich die Kontrolle wieder an meinen rationalen Verstand abgegeben gehabt.
Dann kam aber die Wut trotzdem wieder, riss all diese blöden Hemmungen und Staudämme ein und befreite mich wieder ganz ich selbst zu sein. Wieder voller Kraft und Energie, die Welten bewegen kann und mich völlig erfüllt.

-> Meinem Verstand geben ich nun die Aufgabe mich nicht mehr länger für meine Ausbrüche zu verurteilen, sondern sie lieber wie Befreiungen zu feiern.
Machst du mit?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.