Susanna BELLONI

Begriffswirrwarr Meditation

Es gibt offenbar mehrere, ganz unterschiedliche Vorstellungen davon was Meditation sein soll. Ich wurde schon mehrmals gebeten dazu ein Video zu machen oder etwas zu schreiben, doch eigentlich weiss ich gar nicht, wo anfangen.

Vielleicht ganz am Anfang: was ist Meditation eigentlich?
Es geht darum die eigene Mitte ( Media) in sich zu finden und den Verstand, die Gedanken runter zu fahren. Meditation versteht sich als die Übung dazu, also das Training, immer besser den Verstand zur Ruhe zu kommen zu lassen bzw. den Kopf frei zu machen.
Wie? Dazu gibt es eben verschiedene Techniken und auch Ideen.

Buddha

Die klassische Vorstellung kommt sicher aus dem asiatischen Raum, denn jeder kennt die Statuen vom Buddha im Garten, der in seiner Meditation versunken ist. Er sitzt still im Lotussitz und ist völlig frei von Gedanken.
Dies ist sicherlich die schwierigste aber auch bereicherndste Art Meditation zu praktizieren. Ich hab dafür auch einige Tipps in einem anderen Artikel gesammelt, falls das auch der Weg ist, den du gehen willst.
Selbst im Buddhismus gibt es allerdings noch zusätzliche kleine Techniken wie Atem-Übungen, Singen, Rezitieren, Körperhaltungen und Achtsamkeitsübungen. ( siehe Wikipedia)

Indien

In den indischen Veden bezeichnet man die stille Mediation als Raja-Yoga, die Königsdisziplin aller Yoga-Arten. Anders ausgedrückt: alle Yoga-Übungen haben es eigentlich zum Ziel in die Stille zu gelangen und schlussendlich im Raja-Yoga zu enden. Deshalb gibt es am Ende von Hatha-Yoga ( das mit den Verrenkungen) und Atem-Yoga meist einige Minuten völliger Stille = Königsyoga.

Europa

Auch wir Europäer kennen die Meditation aus verschiedenen Traditionen, natürlich auch in christlichen Riten. Gerade in Klöstern wird heutzutage wieder die stille Einkehr angeboten, und auch Wallfahrten und Rosenkranz-Beten ist ein Weg um wieder zu sich zu finden.

Indigene, mystische Praktiken

Unsere Vorfahren die Kelten praktizierten auch ganz ähnliche Rituale der Grenzerfahrungen, oder der Mystik. Dabei geht es darum den Körper so sehr an seine üblichen Grenzen zu bringen, dass der Verstand aufgibt. Das muss nicht nötigerweise gefährlich sein, sondern in Schwitzhütten, in absoluter Dunkelheit oder in ähnlich herausfordernden Situationen passiert das einfach.
Die gilt es durch zu halten und das wiederum klärt den Kopf, oder strengt ihn zumindest so sehr an, dass er ein gutes Training absolviert hat.

Spontane Meditation

Jeder hat es schon erlebt, dass in gewissen Situationen der Kopf plötzlich leer wird. Also man beobachtet in der Natur etwas Schönes, Tolles oder Phantastisches und ist nur am Staunen. ( -> Natur).
Genauso wenn wir Sport treiben, sind wir so sehr auf unseren Körper konzentriert oder auf unsere Wahrnehmung, dass wir gar nicht mehr viel denken. ( -> Bewegung).
Auch beim Musizieren, Singen und Tanzen passiert es, dass wir uns völlig auf die Klänge fokussieren und alles andere vergessen. ( -> Musik, Töne).
Bei Kindern ist zudem schön zu sehen, wie sie völlig in einem Spiel versunken sein können und alles rundherum unwichtig wird. ( -> Spiel)
Und schliesslich fällt mir noch meine Lieblingsübung ein: das Lachen! Während wir lachen können wir gar nicht denken. Deshalb empfehle ich allen Lachyoga, eine einfache Methode, die uns in vielerlei Hinsicht stärkt. ( -> Lachen)

Alle, die besser werden wollen in der stillen Meditation, rate ich diesen letzten Punkt der „spontanen Meditationen“ auch mehr in ihren Alltag zu integrieren.
Also spielt und bewegt euch, in der Natur, oder zur Musik und lacht so viel ihr könnt!

 

Alles Liebe,

Susanna

 
 

P.S.: Auf geführte Meditationen möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, nur so viel: ich erachte die Meisten nicht als vollständiges Training, weil wir dabei nicht herausfinden und üben, wie wir unseren Verstand selbst in den Griff bekommen. Und das ist für mich ein ganz wesentlicher Faktor der Meditation.

Ein Gedanke zu “Begriffswirrwarr Meditation

  1. Pingback: meine 5 besten Tricks für stille Meditation | Susanna BELLONI

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