Susanna BELLONI

10 Synonyme für ERDUNG

Zuerst einmal Raus aus dem Stress sich erden zu müssen

Man hört es in spirituellen Kreisen immer wieder: „Du musst dich mehr erden!“ Ich kann mich gar nicht erinnern wann es damit angefangen hat, doch ich kann mich an meine Verwirrung entsinnen, was von mir wohl verlangt wurde.
Dann kam die Empfehlung imaginäre Wurzeln aus den Füssen in die Erde wachsen zu lassen oder andere Übungen, die mir lange keinen Sinn machten.
Genauso wie die Ausreden von spirituellen Lehrern „eine Zigarette zu rauchen um sich zu erden“. Was hat Rauchen damit zu tun? Zugegeben, einige essen auch, trotzdem war es nicht ganz offensichtlich, was genau sie damit meinten. Wenn sie nur ihren Körper wieder spüren wollten, hätten sie sich doch einfach kneifen können oder in die Hände klatschen.

Ego-falle Verurteilung

Genauso häufig hörte ich diese klischehafte Kritik an Esoterikern, sie seien „total abgehoben“ und ihnen „fehle die Bodenhaftung“. So wollte ich natürlich auf keinen Fall werden. Also habe ich schön andere beobachtet, ob sie den noch bei sich waren oder schön längst in anderen Spähren. Leider war es aber die Kritik meines Egos, die sich da meist meldete und mich mit Negativität überrollte. Die Abwertung anderer um sich selbst aufzuwerten hat auch nichts mit Bodenhaftung zu tun, auch wenn man sich dabei einredet realistischer zu sein. Nein, Erdung heisst nicht negativ realistisch zu sein und auch nicht mit dem Strom mit zu schwimmen, und schon gar nicht Wurzeln zu schlagen.

Es gibt nicht DIE RICHTIGEN Worte für diesen Zustand

Mittlerweile ist es mir völlig klar, dass Erdung bedeutet, nämlich in diesem irdischen Körper völlig präsent zu sein. Mit diesen Worten können auch mache vielleicht gar nichts anfangen, weil Ausdrücke meist ganz individuell benutzt werden. Besonders dann, wenn wir versuchen unsere Gefühle und unser Innenleben zu beschreiben.
Hier ein paar andere Ausdrücke, die im Wesentlichen das Gleiche bedeuten:

1 – Geniessen, dankbar sein

Wenn ich geniesse, dann bin ich ganz im Augenblick und freue mich an etwas. Oft hat das mit körperlichen Reizen zu tun, manchmal ist es einfach nur ein Zustand der Freude an Menschen und Situationen.

2 & 3 – Im Hier und Jetzt sein / In sich ruhen

Präsent sein und den Augenblick bewusst wahrnehmen ist eine Kunst. Tatsächlich ist jeder Moment vollkommen, doch das erkennt man erst, wenn man hinsieht. Durch das aufmerksame Erleben des Augenblicks entsteht eine Ausdehnung, eine Freude an sich selbst und allem rundherum.

4 – Aloha – Lieben heisst glücklich sein mit …

Das Hunaprinzip bezieht das Glück auf etwas, nämlich auf sich selbst, auf andere oder auch auf Situationen. Also ich bin glücklich mit allem, das gerade passiert und ist. So grüssen die Hawaiianer einander, es ist jedoch eine Haltung, die keine Ablehnung und keine Wertung kennt, sondern alles akzeptiert.

5 – Mit dem Leben Frieden schliessen, alles akzeptieren können

Alles zu akzeptieren ist schwierig. Und doch ist es der einzige Weg mit dem Fluss des Lebens zu schwimmen, anstatt sich an Widerständen aufzureiben. Wenn wir uns vor Augen halten, dass alles aus einen guten Grund passiert, dass Chaos sein muss um wieder Ordnung zu finden, dann gelingt aber auch das. Unzufriedenheit mit Situationen des Lebens ist wie Hunger haben: sie ist in Ordnung und gehört dazu. Man kann auch sie akzeptieren und als Motivation betrachten um sich selbst und die Welt zu verändern.

6 & 7 – Sich spüren; sich abgrenzen

Wenn wir uns das Gegenteil ansehen wird gleich deutlicher, was damit gemeint ist. Also man ist nicht nicht „ausser sich“, egal ob vor Freude oder Schrecken. Man ist auch nicht mit den Gedanken irgendwo anders oder bei jemand anderem. Man studiert nicht an einem Problem herum oder ärgert sich. Sondern man wird zum Beobachter, der Eindrücke sammelt.

8 – Selbstliebe

Das ist vielleicht das tückischste Wort und andererseits das Wort mit dem die meisten Leute etwas anfangen können. Ich habe für mich erkannt, dass Selbstliebe eigentlich nie verloren geht, sondern immer nur von Zweifeln, Kritik und negativem Selbstbild überlagert wird. Dass heisst folglich, wenn ich es mir gelingt alle negativen Gedanken über Bord zu werfen, bleibt genau diese stille Ausdehnung übrig. Eine selige Freude einfach nur ich selbst zu sein. Hier in diesem Leben und hier in meinem Körper.

9 – Loslassen

Das ist auch so ein Schlagwort, das ich lange nicht genau verstand. Was soll ich loslassen und wie macht man das eigentlich? Aber eigentlich ist es ganz klar: gib die vermeintliche Kontrolle ab, dann wirst du auch nicht mehr vom Ego kontrolliert. Nicht von den Erlebnissen, die dich ärgern und auch nicht von denen, die dir Angst machen.
Lass deine Geschichte los, die dich zum Opfer oder zum Helden macht. Sei einfach nur und lass dich sein.

10 – Meditieren

Meditation ist die bewusste Übung den Kopf frei zu machen und in der Stille des Seins anzukommen. Tatsächlich meditieren wir unbewusst in vielen Lebenssituationen wie zum Beispiel in der Natur, wenn wir Schönheit und Vielfalt bestaunen. Oder wenn wir einfach nur beobachten ohne zu werten. Auch das ist Erdung, denn wir sind dann in einem Zustand der Widerstandslosigkeit und das ist gleichbedeutend mit Einklang mit Allem um uns und auch mit uns selbst.

Wozu also erden?

Erdung ist die Absicht mit den Gedanken wertfrei bei sich zu sein. Eine Vergegenwärtigung, die wir in unseren kopflastigen Zeitalter immer wieder in den Alltag integrieren sollten. Denn zu schnell driften die Gedanken ab und die Aufmerksamkeit liegt bei Dingen, die wir nicht ändern können oder die gerade gar nicht wichtig sind.
Schade um jeden Augenblick des Geniessens, den wir verpassen, weil wir mit dem Kopf ganz wo anders sind …

 


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